Visaprozedere

29.11.2012 00:00

 

Start: Antragsprozedere via Homepage des Konsulats. Mehrseitiges Antragsformular online ausfüllen. Absenden. Per Mail kommt Bestätigung mit Referenznummer. Nun Anruf im Konsulat, erhalte einen Termin für uns beide.  Freundlicher Hinweis: Nur kleine Handtasche erlaubt.

Drei Wochen später: Stehen bei Kälte und Nieselwetter mit kleinster aller Handtaschen vor der Tür der Botschaft. Klingeln. Heraus tritt ein schmächtiger junger Mann in Uniform, welcher sich plötzlich in einen grimmig blickenden Autoritären mit weit gegrätschten Beinen verwandelt. Er donnert im schönstem Schweizerdeutsch: „Keine Handtasche. Mit der kommen Sie hier nicht rein“.  Ich: „Aber am Telefon …“. Uniformierter: „Nein. Keine Handtasche“. „Bringen Sie die ins Auto oder zum Bahnhofsschliessfach“. Konfusion. Diskussion…Auto zuhause. Bahnhof zu weit. Verpassen sonst Termin. „Nein, Schliessfach oder wegwerfen“. Sehen auf der anderen Strassenseite Park und Abfallkorb. L eeren Handtasche in Manteltaschen. Rüber.  Entdecken nassen Busch. Versenken darin Handtasche. Retour. Klingeln. Werden feixend eingelassen. Abgabe sämtlicher Tascheninhalte bis auf die Unterlagen. Erster Schalter, zweiter Schalter, dritter Schalter Interview. Warten mit 50 Anderen. Hören unfreiwillig persönlichste Fragen und Antworten.  Kommen dran. Legen Pässe, Bankauszüge und Referenznummer vor.  Werden u.a. gefragt, warum wir so lange (6 Monate) in die USA?. Marcel: „Weil’s nicht länger erlaubt ist. Wollen mit eigenem Wohnmobil..“.  Lächeln. Werden fixiert und als leichter Fall taxiert. Raus. Schnappen tropfende Handtasche. Visum nach 3 Tagen da. Schuhbalsameingeriebene Handtasche wieder wie neu.