Das Elchjunge und seine Mutter am Prune Creek. 4.-5.8.2013

Das Elchjunge und seine Mutter am Prune Creek. 4.-5.8.2013

Bedauernd lassen wir das angenehme Ambiente des Ponderosa CG hinter uns zurück. Im Albertsons füllen wir noch unsere Vorräte auf, dann fahren wir weiter Richtung Osten, grösstenteils auf dem Highway 114. Das Land ist weit und kark. Namen wir Dry Creek, Greybull, Devils Kitchen fliegen vorbei. Wo es Wasser hat, gibt es Farmen. Auf bewässertem Boden gedeihen Getreide und Mais. Wieder müssen wir schmunzeln, denn der Name "Dirty Annie" taucht immer wieder sowohl als Restaurant- als auch als Shopname auf.  Was das wohl auf sich hat? Wir erreichen die wunderschönen Bighorn Mountains und fahren auf den Granite Pass, der 2'764 m hoch ist.

Es geht schon wieder leicht talwärts, als wir den wunderschönen Prune Creek  NF CG erreichen, der zwischen lichten Nadelbäumen direkt am Prune Creek, Nähe Highway 14 liegt. Kaum sitze ich etwas abgeschlafft auf meinem Liegestuhl, als Marcel ein Zeichen gibt. Ich schnappe sofort meinen Fotoapparat. Und dann trifft ein, was ich mir seit Wochen vorstelle: Da ist ein Moose-/Elchjunges im Bach und stakt mit seinen hohen Beinen etwas ungelenk im Wasser herum. Es ist nahe genug, ich kann es genau sehen. Nach einer Weile springt es die Böschung hinauf und ist im Weidengebüsch verschwunden. Aber wo ist die Elchmutter? Also folge ich dem Pfad am Bach. Und da ist sie und frisst junge Weidenblätter. Sie hat mich sofort entdeckt und lässt mich nicht aus den Augen. Ich möchte gerne näher ran, weiss aber, dass ich nicht zwischen ihr und ihrem Kalb stehen darf, da sie sonst angreifen könnte. Also bewege ich mich langsam zurück. Wir sind so begeistert, dass wir beschliessen, noch den nächsten Tag zu bleiben. Über den Tag verteilt, frisst die Elchkuh und ihr Junges mehrere Male direkt uns gegenüber an den saftigen Weiden. Nur der etwa 7 m breite Prune Creeks liegt zwischen uns. Wir sitzen gemütlich auf unseren Liegestühlen und schauen ihnen zu. Ich habe die beiden Tiere sicher an die drei Stunden lang beobachtet. Die Elchkuh hat uns jetzt offenbar als harmlos befunden und stört sich nicht mehr an uns. Ich sehe gerührt zu, wie das Kalb seine Mutter mit der Schnauze stupst und die Mutter das Junge kurz mit dem Kopf streichelt. Ein anderes Mal will die Mutter an unsere Seite des Baches, das Kleine ist eng neben ihr, beide sehen zu uns her, dann hat sich die Mutter offenbar anders entschieden und beide drehen sich simultan um und gehen zurück. Ein anderes Mal versucht das Junge, bei der Mutter zu trinken. Diese hat aber offenbar keine Milch mehr und stubst das Kleine tröstend mit dem Kopf.