Delphine + Zweimal Meer zwischen dem Atlantik, der Chesapeak Bay und Delaware Bay südlich von Washington. 10.-13.9.2013

Delphine + Zweimal Meer zwischen dem Atlantik, der Chesapeak Bay und Delaware Bay südlich von Washington. 10.-13.9.2013

Die Fahrt zwischen Baltimore und Washington hindurch ist grauenhaft. Die teils 4-spurige Autobahn ist voll, das rechtzeitige Linkseinspuren im starken Verkehr nervt. Kurz: Das ist eine Strecke für Marcel... Der dann auch nervt, weil er Wörter gebraucht, die ein Gentleman nicht benutzen sollte. Ein Riesenstau wegen eines Unfalls bei über 30°C bringt auch keine Freude. Immerhin durchbläst ein angenehmer Luftzug unseren Innenraum, während wir bei abgeschaltetem Motor darauf warten, das es weitergeht. Hubschrauber kreisen über uns. Wir wundern uns über Verkehrsteilnehmer, welche auf der äussersten linken Spur auf den Grasstreifen fahren, dort umdrehen und in umgekehrter Fahrtrichtung zur nächsten Ausfahrt fahren. Ein Vorgang, der sie in der Schweiz vermutlich den Führerschein kosten würde.

Endlich kommen wir an auf der Halbinsel zwischen Atlantik und der Seashore Bay. Als wir unseren CG Delaware Seashore sehen, sind wir auf den ersten Blick alles andere als begeistert. Der Platz liegt in der vollen Sonne, es hat 32°C und kein Baum ist in Sicht. Wollen wir hier wirklich zwei Tage bleiben? Doch wir haben reserviert und bezahlt, also probieren wir's! Als wir unseren Platz finden, können wir es kaum glauben. Als einzige Camper wartet auf uns der eine, einzige Platz mit zwei schönen schattenspendenden Pinienbäumen. Jaaa... damit können wir leben. Jetzt mal vorgegriffen: während der beiden Tage werden wir dauernd gefragt, wie wir diesen Platz ergattert haben. Dabei ist's simpel: Marcel hat einfach einen Eckplatz gesucht, weil die in der Regel grösser ausfallen, als die mittendrin.

Abends unter der Brücke zum Atlantik gegangen. Der Beach ist viele km lang, der Sand fein. Es hat nur wenig Leute hier. Grosse Wellen brechen mit Getöse. Schnelle Beach Nesters rennen den Strand rauf und runter und picken irgend etwas undefinierbares vom Boden auf. Sie rennen so extrem schnell, dass wir Mühe haben, ihnen mit der Kamera zu folgen.  Kommen ihnen die Wellen zu nah, geben sie das Rennen auf und fliegen so weit, dass die Wellen sie nicht erwischen. Sie fressen irgend etwas, das die Wellen mitbringen oder aus dem Sand auftaucht, wenn die Wellen drüberbrausen. Einige Fischer stehen vor dem Wasser. Wunderschöne Abendstimmung und Sonnenuntergang.

11.9.2013. Ausnahmsweise werfe ich Marcel mal aus dem Bett. Denn wir haben vor, den Sonnenaufgang am Meer zu beobachten. Und kommen gerade noch rechtzeitig. Bewundernd schauen wir der Sonne beim Aufgehen zu. Plötzlich kriege ich einen Riesenschrecken. Da.. diese Flossen, da schwimmen doch Haifische im Wasser! Ja, mindestens 5 grosse Tiere! Wenige Minuten später sind sie verschwunden. Schade, wir hätten sie gerne noch länger beobachtet. Wir gehen weiter, drehen um und laufen bis zum Indian River Inlet, einer Art Meeresdurchgang. Von hier flitzen schnelle Motorboote mit dicken angeschraubten Angelgerätehaltern ins Meer auf's offene Meer hinaus, um zu fischen. Und wieder sehen wir sie, viele Haie, die sich jedoch schnell mit ihren langen Mäulern als fischende silbergraue grosse Delphine entpuppen. Es müssen an die zwanzig Tiere sein. Sie tauchen überall auf. Teils spritzen sie kleine Wasserfontänen in die Luft. Wunderschön sind ihre eleganten Sprünge. Meist schwimmen und tauchen sie zu zweit. Leider sind sie zu schnell für die kleine Kamera. Die schnelle Nikon liegt unbeachtet im Wohnmobil.

12.-13.9.2013. Noch ein letztes Mal geniessen wir den Atlantik im Cape Henelopen SP. Es ist heiss und sehr schwül. Das Wohnmobil summt von aufsässigen Fliegen. Mindestens 50 dieser Biester wollen bei uns sein. Abends, vor dem Lichter löschen, mache ich ihnen mit der Fliegenklatsche ein Ende. Abends Gewitter. Gegen Morgen wird es kühler. Was neue Fliegen nicht hindert, uns im Wohnmobil zu belagern. Mit den Velos fahren wir die ca. 6 km zum Strand. Die Wellen sind riesig und bilden regelrechte Tunnel. Hier trauen wir uns nicht ins Wasser. Dafür schauen wir Surfern bei ihren Künsten zu. Es gibt viel zu lachen. Einige halten sich sehr gut beim Wellenreiten.