Der mächtige Mount St. Helens faucht noch immer. 18.7.2013

Der mächtige Mount St. Helens faucht noch immer. 18.7.2013

Endlich sind wir fertig und wir fahren ab. Heute gehts zum Mount St. Helens, dem Vulkanberg, der 1980 ausbrach, drei Tage lang ununterbrochen eruptierte, zu einer Verdunkelung des Staates Washington führte und 400 Höhenmeter durch die hinausgeschleuderten Massen verloren hat. Alleine sein Richtung Norden zeigender Krater ist 1.5 km breit. Der Krater und das am stärksten von der Zerstörung betroffene Gebiet wurden zur Sperrzone erklärt. Man wollte die sich überraschend schnell abzeichnende Erholung in der Desaster Area, in der zunächst alles Leben untergegangen zu sein schien, unbeeinflusst von menschlicher Einwirkung beobachten und auswerten.

Wir fahren auf einer schlechten Strasse an einem Fluss vorbei, welcher in den letzten Tagen offenbar sehr angeschwollen viele Bäume und Steinbrocken mit sich gerissen hat. Die Strasse ist sehr kurvig und weist an der bergabgewandten Strassenseite gefährliche Eindellungen auf, welche man in dem ständigen Wechsel von Licht und Schatten kaum sieht. Viele Motorradfahrer flitzen trotzdem eilig an uns vorüber. Je näher wir dem Vulkanberg kommen, umso mehr Spuren seines damaligen Wütens sehen wir. Wir entnehmen der Tafel an einem Aussichtspunkt, dass die Druckwelle noch 17 Meilen Luftlinie entfernte Bäume zerstört hat. Die Bäumstrünke stehen oder liegen noch immer gut sichtbar zwischen all dem neuen Grün. Wenig später zeigt sich tief unter uns der Spirit Lake, ein wunderschöner tiefblauen See, dessen Oberfläche nach dem Ausbruch völlig mit Baumstämmen bedeckt war. Wir schätzen, dass er heute noch zu 45% mit Baumstämmen bedeckt ist und das nach 33 Jahren.

Während der Weiterfahrt tauchen weitere Schneeberge auf. Von Norden kommend sehen wir links den riesigen Mount Rainier, in der Mitte weiter hinten den Mount Hood und rechts der Mount St. Helen.   

Wir erreichen Windy Ridge, den letzten mit Fahrzeugen befahrbare Aussichtspunkt für Besucher und steigen über viele Stufen hoch auf einen Hügel, wo wir eine tolle Rundumaussicht geniessen.

 

Abends im Iron Creek National Forest angekommen, lässt uns ein deutschstämmiger Kanadier seine - wie uns scheint - gesamte Familiengeschichte wissen. Er ist den Sommer durch mit dem PW und einem Zelt unterwegs. Noch zwei Mal hat er uns bis in die Nacht hinein besucht. Unsere Symphatie ihm gegenüber hielt sich in Grenzen, zumal er unaufhörlich quasselte und uns kaum zu Wort kommen liess. Weil er mir leid tat, wollte ich ihn bei seinem dritten Versuch dann doch zu einem Glas Wein einladen, merkte aber am Verhalten Marcels, dass ihm dies nicht recht gewesen wäre und liess es.