Dürfen wir vorstellen? Mount Rainier. 19-20.7.2013

Dürfen wir vorstellen? Mount Rainier. 19-20.7.2013

Vorbei an Glenoma fahren wir auf dem Highway 706 Richtung Mount Rainier NP, passieren den Eingangs Kiosk und biegen in die Paradise Road ein. Vorbei gehts an dicht stehenden Bäumen, welche sich über die löchrige und kurvige Strasse beugen. Gerade rechtzeitig lichten sich die Nebel und die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite. Immer mal wieder erhaschen wir durch Baumlücken hindurch den monumentalen Mount Rainier. Dann sind wir da, am Platz namens Paradise. Und auf gehts, zuerst leisten wir uns einen gehörigen Umweg, sprich: wir gehen falsch. Doch dann marschieren wir den wunderschönen Nisqually Loop entlang, vorbei an lichten Wildblumenmatten, über Restschneehaufen zu einem Aussichtspunkt, der uns die Sicht auf den Nisqually Gletscher ermöglicht, einen Teil des Mount Rainier. Wir laufen den Loop zu Ende und fahren die Paradise Road abwärts bis zu unserem CG, dem Cougar Rock NP. Es war ein wunderschöner Tag!

Auf dem Nisqually Loop treffen wir ein Paar, das ein Gerät aufgestellt hat, welches an einen grossen Diaprojektor erinnert. Sie erklären uns, dies sei ein GigaPan-Gerät, welches viele Fotos nacheinander schiesst und zu einem einzigen zusammenmontiert. Im Internet zu finden unter GigaPan.com. Beim Betrachten kann man dann einzelne Punkte heranzoomen und Details entdecken, z.B. einen Bären oder eine Person, die man normalerweise nicht sehen kann. Das Gerät sei entwickelt worden, um den Mars zu fotografieren und Details anzusehen.

Was wissen wir über den Mount Rainier? Er ist ein aktiver Vulkan und dies bereits seit Millionen von Jahren. So wie er sich heute präsentiert, hat er sich "erst" vor 500'000 Jahren gebildet. Genau wie der Mount St. Helens und andere Vulkane in den Cascades, hat der Mount Rainier das Potenzial, wieder auszubrechen. Die Niederschlagsmengen betragen 220 cm pro Jahr. Über das Jahr gesehen, präsentiert sich der Berg meist in Nässe gekleidet oder in Schnee vermummt. Es ist jederzeit mit Schlammlawinen und Überflutungen von den Gletschern zu rechnen. Alle Campingplätze, also auch unserer, liegen in der Flutzone.

20.7.2013. Um ehrlich zu sein, fragen wir uns morgens, ob wir nicht eher unten beim CG eine Flusswanderung machen sollten, anstatt nochmals zum Paradise Platz hochzufahren. Aber dann fahren wir doch hoch. Und bereuen es nicht. Oben angekommen, entscheiden wir, soweit wir mögen, dem Skyline Loop zu folgen. Der Weg ist sehr steil, jedenfalls für unsere Verhältnisse. Wir schaffen es über die ersten Schneefelder und werden mit einer wunderschönen Rundumaussicht belohnt. Dazu ist das Wetter einmalig schön. Welch ein Glücksfall! Wir kommen an einer von Schneefeldern umgebenen Blumenwiese vorbei, mit wunderschönen Bergblumen. Kaum zu glauben, diese Fülle und Farben.

Bei einer Rast lernen wir einen symphatischen Amerikaner aus der Nähe von Spokane kennen, der mit einem Riesenrucksack und Bergsteigerausrüstung vom Berg herunterkommt. Er war die letzten Tage mit zwei Kollegen bergsteigen. Sie sollten jeden Moment nachkommen. Er erzählt, sie hätten ihre Tour nicht wie geplant durchführen können, da ein Unglück passiert sei. Von einer Fünfergruppe sind gestern zwei Personen verunglückt, als sie eine Schneebrücke überschreiten wollten. Eine Person sei schon drüben gewesen. Zwei weitere hätten gerade die Schneebrücke überschreiten wollen, als dieselbe abgebrochen und beide 45 feet in die Tiefe gerissen habe. Sie mussten mit Prellungen und angeknacksten Rippen geborgen werden. Er mit seinen Kollegen habe dabei geholfen. Er spricht ein wenig deutsch weil er als Junge ein Jahr eine deutschsprachigen Schule in Österreich besuchte. Sein Zimmerkollege sei Schweizer gewesen.

Am Nachmittag fahren wir weiter und geniesen einen sonnigen, angenehm warmen Platz im Ohanapekosh CG im Tal unterhalb des Mount Rainier