Hurrican Ridge in den Bergen und Fort Flagler SP am Meer.15.-16.7.2013

Hurrican Ridge in den Bergen und Fort Flagler SP am Meer.15.-16.7.2013

Gestern wird wir nach dem Regenwald erst nördlich, dann östlich um die Halbinsel rumgefahren. Vom kühlen Grund auf Meereshöhe bei Fort Angeles gehts wieder hinauf in die Höhe. Wieder gehts zum Olympic NP, nun in das sogenannte Hurrican Ridge. Hiermit kosten wir das volle Angebot dieses vielseitigen Parkes aus: Küste, Regenwald, Berge mit Sicht auf weit entfernte hohe Schneeberge. Während wir hochfahren, wir sind gerade auf 1'120 m Höhe, sehen wir auf einer Aussichtsterrasse ein abfahrbereites Schneeräumfahrzeug stehen. Man muss hier offenbar jederzeit mit plötzlichen Wetterumschwüngen rechnen. Doch wer hat schon im Juli Schneeketten dabei?

Auf 1'600 m Höhe steigen wir aus und blicken hinüber zu den Bergen, die im Halbrund stehen. Die Sicht reicht bis Canada. Wir gehen zwei kurze Loops und fühlen uns fast wie in der Schweiz in den Bergen. Es tut gut, hier zu gehen! Ich kriege direkt ein wenig Heimweh. Doch dann sehen wir ein paar Tiere und wir sind abgelenkt. Auf der Abfahrtstrecke zeigt sich erstmals der Mount Rainier in der Ferne. Den wollen wir in ein paar Tagen aus grösserer Nähe ins Visier nehmen.

Abends gehts mit den Velos auf Entdeckungsfahrt. Nach einem kurzen Spurt erreichen wir eine grosse Fläche mit einer grossen Gebäudeansammlung. Wir vermuten, dies war früher eine Kaserne. Wir kurven weiter und stehen plötzlich vor einer extrem steilen Abfahrt. Es reizt uns, diese runterzufahren, allerdings bezweifeln wir, ob wir trotz Unterstützung unserer E-Bikes wieder hochkommen. Wir lassen's darauf ankommen. Marcel macht den Anfang, ich folge. Marcel erzählt mir später, dies sei das erste Mal gewesen, dass er mit einem Velo 40 kmh gefahren sei.

Unten erwartet uns ein weiteres Arsenal unbewohnt aber gepflegt wirkender Gebäude. Wir kommen an einen schönen Strand, an welchem - schön aufgereicht - eine ganze Menge Angler stehen. Wir schlendern an ihnen vorbei und machen es uns auf einem hohen Baumstamm gemütlich. Es ist so friedlich hier! Das Wasser ist ruhig, kaum Wellen. Die Angler geben sich gelassen Hinweise, wo ein Fisch gesprungen ist, werfen ihre Leinen aus oder ziehen sie wieder ein. Wir sehen nur einen Angler, der erfolgreich war. Er hat zwei schöne Fische gefangen. Auf unseren Wunsch hin stellt er sich mit den Fischen für ein Foto in Positur. Man sieht gut, die meisten dieser Leute leben in sehr sehr einfachen Verhältnissen, aber sie sind vergnügt und lachen miteinander. Ein verwegen aussehender dünner Mann in den 50-igern mit langen Haaren und Bart trägt einen Schottenrock.

16.7.2013. Wir stehen in der Nähe des Strands zwischen Bäumen. Tagsüber messen wir 26°C. Also ideal. Ich backe mal wieder ein Bauernbrot von unserem aus der Schweiz mitgebrachten Mehl. Es riecht wunderbar. Abends wollten wir nochmals am Feuer sitzen, doch dann ziehen Wolken auf und wir packen unser Holz wieder ein. Die anderthalb Tage hier haben gut getan. Unser Energielevel ist merklich gestiegen.