Johannisburg - Victoria Falls. 1.10.-8.10.

Johannisburg - Victoria Falls. 1.10.-8.10.

 

2.10. _ 2.Tag. Ankunft Airport Johannisburg. Nach der Passabfertigung werden wir als Einzige gefilzt. Wir lächeln und schweigen. Nun an den Bankschalter und Rand kaufen. Anschliessend kleine Stadtrundfahrt. Nachmittags Ankunft auf der Ranch. Eine Giraffe grast friedlich etwas weiter entfernt. Wir sind angekommen, fühlen uns aber noch nicht so. Im Bus Information, dass es heute das erste Mal seit 10 Monaten regnet.

 

3.10. _ 3.Tag. Ausflug nach Pretoria, der Hauptstadt Südafrikas. Highlight das Krüger Denkmal, dann zum Burendenkmal dem „Voortrekkersmonument“. Auf den wunderschön gestalteten Tafeln im Innern können wir die Geschichte der Buren verfolgen. Fahrt nach Lesedi, einem Basotho-Dorf. Dort erklärt uns der Leiter die verschiedenen Lebensweisen der 4 Stämme Zulu, Basotho, Xhosa und Pedi, gefolgt von einer bunten Tanzshow. Danach sehr fremd schmeckendes, aber gutes Essen. Ich finde das Krokodil- und Ochsenfleisch mega, probierte aber auch Kudu- und Oryxfleisch. Marcel kann gar keinen Gefallen an dem „gschlüdrigen Krokodilfleisch“ finden. Er hält sich lieber an Altbewährtes. Während des Essens beobachten wir amüsiert, wie eine sexy  aussehende Angestellte unseren verheirateten Reiseleiter vergeblich versucht zu bezirzen und ihn bewegen will, sie als seine Ehefrau mit nach Hause zu nehmen.  Seine Frau hat das Ganze mitbekommen und lächelt souverän darüber. Super! 

 

4.10. _ 4.Tag. Heute geht’s los. Wir werden per Bus zur Maui-Station gekarrt und beziehen unser Wohnmobil. Lustig: Es ist ein Mercedes Sprinter! Also dasselbe Fahrzeug, das wir zuhause fuhren. Aber wie erwartet: Das Steuer ist auf der rechten Seite, denn auf der ganzen Tour gilt Linksverkehr.  Bei der  Übergabe halten wir auf einer Liste einige Dellen fest, damit bei der Rückgabe klare Verhältnisse herrschen. Der Angestellte erklärt uns die wichtigsten Funktionen. Und repariert im Blitztempo die klemmende Garagentür. Im Innern staunen wir über das dicke Porzellangeschirr und die mit stabilen Schrauben befestigten Möbel. Uns ist klar, die wissen schon warum. Zuletzt noch schnell den Wassertank füllen, die Koffer leeren und unser mitgebrachtes GPS befestigen… Und wir sind „on the road again“. Marcel fährt. Ich traue mich nicht. Unser Ziel: Polokwane/ehemals Pietersburg. Unterwegs staunen wir, was sich da alles auf der Strasse tummelt. Da sind Fussgänger auf dem Autobahnstreifen, kleine Transporter mit herausstehenden Metallstangen behindern den Verkehr auf der schmalen Fahrbahn. Zu sehen ist hellbrauner Busch und Bäume mit „grüner Tendenz“. Wir bewundern die lila blühenden riesigen Jacarandabäume. Begeistert sehen wir „unseren ersten Affen“ neben der Strasse. Kurz vor der Ankunft kaufen wir Lebensmittel im gut bestückten Einkaufscenter.

 

5.10. _ 5. Tag. Morgens schliesst die Fahrertür nicht mehr. Sifisio flickt sie im Nu. Heute verlassen wir Südafrika, es geht nach Franzistown in Botswana. Das GPS lenkt uns auf dem kürzesten Weg direkt durch die Eingeborenenviertel. Diese sollten wir nicht durchfahren, da nicht ungefährlich. Doch es ist bereits zu spät zum Umkehren. Also weiter, jedoch nicht anhalten. Blicke folgen uns. Wir erblicken einen Barbershop aus Wellblech, aus diversen Materialien zusammengeschusterte Wellblechhütten, dazwischen einfache gemauerte Häuser, bunt gekleidete Menschen, magere Kühe und Ziegen. Auf den Pfaden zwischen den Dörfern eilen Menschen trotz Hitze schnell dahin. Toll ihre gleitende  Art, sich zu bewegen. Nach einiger Zeit erreichen wir die empfohlene Strasse und atmen auf. Eine Wildschweinrotte rennt davon, an den Bäumen hängen riesige Webervogelnester

Strausse flüchten. Rotbraune Riesentermitenhügel tauchen auf. Plötzlich die Grenze nach Botswana. die botswanische Währung: Pula. Die Zollformalitäten: Immigrationschalter, dann Customs (Zoll), ein weiterer Schalter, für die Fahrzeuggebühr. Wobei die Grenzer deutlich zeigen, dass auch wir Weisse von ihrem Stempel abhängen. Verstaubt und verschwitzt kommen wir auf dem gepflegten Campingplatz an. Gleich danach steigt ein Affe auf unser Dach. Also alles zumachen. Dusche wir kommen!.

 

6.10._6.Tag. Botswana, Land der vielen Schlaglöcher!   Wir passen teuflisch auf, nicht von der meist leicht gewölbten Strasse abzukommen, denn die ausgeschlachteten Autos am Strassenrand sprechen Bände.  Die Landschaft ist eintönig, staubig,  grau. Das war eine so irre Fahrt, dass ich die Einzelheiten nicht mehr zusammen bekomme. Ständig besteht die Gefahr, dass wir Kühe, Esel, Geissen, Strausse und anderes überfahren oder von der Strasse abkommen. Ankunft im Camp Nähe Nata, wo wir zuerst mal den Strassenstaub aus dem Wohnmobil rausfegen. Wir haben Glück, denn zwei von uns sind im Sandboden steckengeblieben und müssen herausgezogen werden. Ein Fahrzeug blieb unterwegs mit Motorschaden liegen, welcher gleichentags behoben wurde. Es gibt (kalte) Dusche gefolgt von einem kühlen Panaché (Radler) im Liegestuhl. Danach im Restaurant delikates Ochsenschwanzragout, Kürbis und Gemüse.

 

7.10. _ 7.Tag. Nach einem guten Zmorge geht’s wieder weiter. Die Leute an der Strasse sind erstaunlicherweise „warm“ und gut angezogen. Die Arbeitslosigkeit beträgt hier 24%. Immer wieder liegt Elefantenkot neben der Strassen. Wir sehen Affen und Springböcke. Eine Elefantenherde entfernt sich. Die Anführerin kommt zurück und startet einen Scheinangriff gegen uns, mit aufgestellten wedelnden Ohren. Wir fahren respektvoll etwas zurück und stoppen. Nach einer Weile verschwindet das Tier im Busch. Ankunft bei grosser Hitze an der Grenze nach Simbabwe. Der Platz ist vollgestopft mit LKW’s und PW’s, müden Menschen mit Papieren in den Händen. Wir „Mauis“ stehen in globo. 2.5 Stunden geht nichts mehr. Doch wir wissen, irgendwo erwartet uns ein Simbabwer im Auftrag unserer Reiseleiter, der uns durchschleusen wird. Und so geschieht es. Die Reiseleiter helfen mit. Leider fordere ich an einem Schalter mein Wechselgeld zurück, worauf der Beamte sofort sauer reagiert. Mit Mühe und viel Lächeln kann ich es wieder hinbiegen. In Kolonne verlassen wir die Grenze und werden gleich darauf von der Polizei gestoppt. Wir sollen eine Strafe für fehlende Aufkleber auf den Fahrzeugen zahlen. Mutige aus unserer Gruppe verhandeln erfolgreich und bezahlen für alle den Bruchteil der ursprünglich geforderten Summe. Sifisio klebt die Aufkleber später wie versprochen an. Bald darauf sind wir in der Stadt Victoria Falls, Simbabwe,  auf einem schönen Platz mit grossen alten schattenspendenden Bäumen.

 

8.10. - 8. Tag. Direkt vom Campground wandern wir am nächsten Morgen zu Fuss zu den Victoriafällen. Unser Roadbook warnt vor Krokodilen und freilaufenden Elefanten. Schon von weitem hören wir das Tosen der Fälle. Wir passieren den Eingang und sind nach wenigen Minuten am Ziel. Das Wasser rauscht ohrenbetäubend in die ca. 100 m tiefe Schlucht. Diese unglaubliche Naturgewalt ! Wir marschieren den ganzen Schluchtkamm entlang. Dichter kühlender Wasserstaub liegt in der Luft. Auf dem Rückweg erstehen wir zwei schöne Flusspferde aus Stein, welche sich später als gegossen entpuppen. Nachmittags Bootstour auf dem Sambesi, dem viertgrössten Fluss Afrikas. Wir sehen Hypofamilien, ruhende Krokodile, einen den Sambesi querenden Elefanten  und wie die glutrote Sonne im Abendrot versinkt. Abends geht’s sicherheitshalber in Gruppen zum berühmten Victoria Falls Hotel, wo wir in eleganter Ambiance das Buffet räubern und afrikanische Tänzer und –sänger bewundern. Marcel hat leider nicht viel davon, ihm ist’s schlecht. Er ist nicht der einzige…