Swakopmund/Namibwüste - Aus. 24.-29.10.

Swakopmund/Namibwüste - Aus.  24.-29.10.

 

24.10._ 24. Tag.  Um 8.00 h geht’s von Swakopmund aus mit 4 Allradfahrzeugen und je einem Guide zur Wüstentour durch die Namibwüste. Unser Guide, ein angefressener Wüstenfachmann und vermutlicher Biologe erklärt, dieses Jahr seien kleine Seen in der Wüste entstanden, wo seit 100 Jahren nur Sand war. Klimaveränderung? Wir flitzen über die Dünen hoch und wieder runter und halten plötzlich an. Die Guides schwärmen aus und finden mittels spärlicher Spuren eine winzige Schlange und grosse Spinne. Unser Guide pflückt und drückt eine fleischige Pflanze aus, hervor quillt erstaunlich viel klares trinkbares Wasser.

Er findet ein Chamäleon,

welches innert kurzer Zeit die Farben wechselt. Schwarz: Angst, weiss: zufrieden, rot: zornig. Er demonstriert mittels einem Magneten, dass der schwarze Sand sehr eisenhaltig in einer. Erklärt: Die kleinsten Tiere leben von den Samen, die der Wind herantreibt. Wir fahren weiter und bewundern die Farbenspiele der Dünen.

 

25.10._25. Tag.  In der Allgemeinen Zeitung lesen wir: „Weitere Veldfeuer bedrohen Etoscha-Nationalpark“. Wir brechen auf zur Bootstour mit Katamaran in der Walfis Bay bei Swakobmund. Der Himmel strahlt, das Meer ist glatt.  Das ist sehr selten, erklärt uns Mani, der Kapitän, in fliessendem Deutsch. Unsere Mägen danken. Kaum aus dem Hafen, flutschen zwei Robben vom Meer ins Boot, wo sie Fische bekommen. Sie  verschwinden, eine taucht jedoch immer wieder auf und lässt sich sogar streicheln. Wohl halbzahm?            

Wir sehen mehrere Robbenkolonien am Ufer. Wenig später flitzt eine Delphinschule elegant durch das Wasser und produziert Luftsprünge. Mani bietet uns wunderbare frische Austern und Häppchen an. Auf der Rückkehr liegt kurz vor dem Hafen ein chinesischer Seelenverkäufer,

ein fahrender Rosthaufen, welcher von der namibischen Seepolizei beim unerlaubten Fischen erwischt wurde. Abends gibt’s feinen Fisch nach Wahl, einen günstigen, jedoch feinen Delheim Chardonnay aus Stellenbosch.

 

26.10. _26. Tag. Heutiges Ziel: Solitaire. Mutig flitzen wir ab zur  Gravel Road, einer Strasse der schlimmen Art durch die fast unbelebte Namib. Nur vereinzelte gelbe Grasbüschel zeigen sich. In der Ferne tauchen ferne Hügel auf, die zu Bergen anwachsen. Wir tauchen in das Kuisib Gebirge ein, passieren den Gaub Pass. Rauhes Land. Erlöst treffen wir nach vier Stunden Gerüttel und Staub im einfachen, aber gemütlichen Camp ein. Sind verzaubert von dem schönen Platz inmitten weitem Grasland, die entfernten braunen Berge bilden den Rahmen. Später können wir uns nicht lösen von blaurötlich, zu rotem, dann zu tiefrot wechselndem Sonnenuntergang. Abends gibt’s Buffet: Salate von den Teilnehmern, am Feuer gegrillten Fisch + Süsskartoffeln von den Reiseleitern, und feinen Fruchtsalat von Marcel und mir.

 

27.10._ 27. Tag. Wir gehen einfach dem Geruch nach und trollen uns zu Mc Gregors Desert Bakery, welche zum Camp gehört. Der Laden ist voller Leute. Ungewöhnlich in der Wüste! Oder? Wir erstehen duftende Brötli und Hefeschnecken. Gönnen den draussen bettelnden Spatzen ein paar Brösmeli und uns vor einer sagenhaften Kulisse ein gemütliches Frühstück beim Wohnmobil.
Weiterfahrt nach Sesriem. Ergattern wiederum einen sagenhaft schönen Platz unter einem riesigen Baum mit Weitsicht über die hoch mit Gras bewachsene Ebene. Danach geht’s gleich zum Canyon von Sesriem. Zu Fuss poltern wir runter zur Canyonsohle. Es ist leicht vorstellbar, wie es hier nach einem heftigen Regenguss gurgelt und brodelt und mit welcher Kraft das Wasser durch die Steinmühlen zischt, wenn „das Revier kommt“, wie dieser lebensgefährliche Vorgang genannt wird.

Kaum zurück, brechen einige Unentwegte noch auf, um die Düne Sossusvlei zu bewundern. Während Marcel mit von der Partie ist – und später in den höchsten Tönen von den sanften roten Farben der Düne  schwärmt -  habe ich es mir auf dem Liegestuhl gemütlich gemacht, und ganz alleine den Sonnenuntergang genossen.

 

28.10._28. Tag.  Wir sind unterwegs zur Farm Koiimasis. Die Natur, welche wir durchfahren ist einfach umwerfend. Diese unglaubliche Schönheit und Weite des Graslandes saugen wir wie Schwämme auf.

Obwohl fast der ganze Weg aus Pad besteht, geniessen wir die Fahrt sehr..

Unterwegs können wir vereinzelt Springbockgruppen, Oryxe und Zebras und die Sossusvlei-Dünen bewundern. Immer wieder sehen wir Pferde, teils mit Fohlen. Später erfahren wir, dass hier Araber-Pferde gezüchtet werden. Die Zuchten konnten so artenrein erhalten werden, dass heute die Reichen Dubais und Konsorten wieder Pferde für ihre Zuchten kaufen. Gesellschaftsvögel haben an grossen Bäumen riesige Nester gebaut und fliegen fleissig ein und aus..
Mehrere Sekretäre stolzieren affektiert hierum. Wegen des Gerüttels etwas ausgepumpt, treffen wir erleichtert auf der Farm ein und suchen einen Platz aus. Es ist wunderschön hier.

Nach und nach trudeln auch die letzten Fahrzeuge ein. Wir erfahren, dass es heute vier Platten gegeben hat. Peter, ein technisch Versierter aus unserer Gruppe bemerkt, dass sich die Achse an unserem Fahrzeug verschoben hat, schnappt sich noch einen Sachverständigen aus unserer Gruppe und Sifisio und zusammeb bringen die Achse mit minimalem Werkzeug wieder ins Lot. Danke sehr! Wir merken am nächsten Tag, dass das Fahrzeug seinen Rechtsdrall verloren hat. Am Abend am Lagerfeuer mit Wein und Gesang erfahren wir vom Besitzer, dass es hier viele Leoparden gibt. Eben zu viele, so dass er sie gelegentlich fangen und in einem entfernten Gebiet aussetzen muss. Auf der Farm gilt das Motto: selbst ist der Mann. Sogar die Ziegel machen die Leute selbst.

 

29.10. _ 29. Tag. Morgens, nach einem Rundgang, geht’s wieder zurück auf demselben Pad bis zur Farmgrenze, das heisst also ca. 29 km bis zur Farmgrenze. Ja, sie lesen richtig. Und auf Pad geht es weiter bis nach Aus, unserem heutigen Ziel. Auch heute bleiben einige von uns mit kaputten Reifen liegen. Mittlerweile gehören wir zu den raren Exemplaren mit frischen Reservereifen. Und als als der Nächste mit plattem Reifen am Strassenrand steht, bieten wir ihm unseren Reservereifen an. Und sind bei der Weiterfahrt etwas wortkark, denn eines ist klar: Sollte uns in der nächsten Kurve dasselbe Schicksal treffen,  stehen wir ohne Reservereifen da. Doch vorweg: Mit viel Glück halten unsere Reifen bis zum Ende der ganzen Tour. Nur „Unsere Mädels“ und wir teilten dieses Glück am Schluss.

Das Camp liegt am Hang. Felsen und eine weite Kulisse umrahmen uns. Nach dem Einrichten spannen wir die Leine auf und es geht zum Wäsche waschen. Abends gemeinsames Abendessen.