Kapstadt - Oudshorn, 5.11.-11.11.

Kapstadt - Oudshorn,  5.11.-11.11.

 

Etwas später fahren wir von Lamberts Bay nach Melkbosstrand bei Kapstadt und sehen von weitem den mayestätischen Tafelberg mit dem spitz zulaufenden vorgelagerten Kegel. Gleich vor uns liegt ein verrostetes, gestrandetes Schiff, welches  in drei Teile zerbrochen ist. Wir erfahren, es sei zu teuer, es zu bergen und so rostet es weiter vor sich hin. Zwischen dem Wrack und dem Strand üben Surfer.


6.11._37. Tag. Busfahrt  bei bedecktem Himmel nach Kirstenbosch zum Botanischen Garten, welcher bekannt ist für seine vielen Proteen-Arten.

Sie sind wunderschön, und blühen in allen Farben und Formen. Überraschung am Mittag: die Sicht auf den Tafelberg über Kapstadt  ist frei, die Wolken verschwunden. Darauf haben wir gewartet!

Frohgemut geht‘s nachmittags per Gondel zum Tafelberg, von wo wir die grandiose Aussicht über Kapstadt, die umliegenden Berge, das Meer und das runde Stadion geniessen.

 

7.11._38. Tag. Ein wunderschöner sonniger Tag begrüsst uns, wie gemacht für die bevorstehende Kaprundfahrt . Die Wohnmobile bleiben – wie gestern – zurück. Wir sind mit dem Bus auf Fahrt. Erster Halt am Chapman’s Point mit einer grandiosen Aussicht auf den leuchtendblauen Atlantik und das grüne, blühende Land.

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Am Kap der Guten Hoffnung gibt’s die obligatorische Gruppenaufnahme, danach stossen wir mit Champagner

an. Früher, als es noch keine elektronische Navigation gab, strandeten sehr viele Schiffe hier. Trotz Elektronik laufen auch heute noch immer wieder Schiffe auf Grund. Auf unserer Fahrt sehen wir einige Wracks. Dann ein kurzer Halt am Cape Point, dem äussersten Zipfel des Kaps, wo das Meer auch bei Windstille gewaltig auf das Land prallt.

Die Rundfahrt geht weiter und wir sind am Indischen Ozean, der wesentlich wärmer als der Atlantik ist. Die Rundfahrt ist fertig. Der Bus karrt uns in Kapstadt zur Waterfront, wo sich die Gruppe auflöst. Genüsslich bummeln wir zwei die Waterfront entlang. Professionell gemachte Figuren aus Stein und Holz werden angeboten, Einheimische Bands spielen auf der Strasse

und wir steigen in das Riesenrad,

das uns eine wunderschöne Sicht über die Waterkant und Teile Kapstadts by Night bietet.


Gerne wären Marcel und ich von Kapstadt heute nach Robben Eiland geschippert, wo Nelson Mandela fast 30 Jahre sass, doch das Personal streikt. Also leider kein Hinkommen.

 

8.11._39. Tag. Ab jetzt fahren wir wieder selbst. Nach Melkbosstrand geht’s direkt zum berühmtesten Weingebiet Südafrikas, nach Stellenbosch. Es gibt hier so viele renommierte Weingüter, dass wir die Qual der Wahl haben und uns dann leider für ein zu touristisches entscheiden. Der Shiraz, ein samtiger Roter mit weichem Abgang und vollem Aroma schmeckt uns ausgezeichnet und wir erstehen einige Flaschen für unsere afrikanischen Nächte.

Seither steht auch zuhause immer wieder ein Shiraz auf dem Tisch. Während wir essen, singt ein Afrikaner-Trio afrikanische Lieder mit Klicklauten zwischen den einzelnen Worten. Wir sind fasziniert. Stellenbosch selbst ist ein romantischer Ort mit Häusern im kapholländischen Stil mit gepflegten blühenden Gärten und humanen Preisen. Später hören wir, dass man bereits mit diesen Klicklauten aufgewachsen sein muss, um sie produzieren zu können.

 

9.11._ 40. Tag. Stellenbosch mit den umliegenden Weingütern ist wirklich gesegnet mit gutem Boden und viel Wasser. Das Gebiet ist saftig grün und gepflegt. Mit auffällig vielen gefüllten Wasserteichen sorgen die Güter für trockene Perioden vor.

Der nächste Halt ist in Franschhoek, was „französiche Ecke“ heisst. Wir halten beim Hugenotten-Denkmal und bummeln durch das gepflegte Städtchen

Für Marcel erstehen wir einen Kochkittel und -hut, beides schwarz, mit eingestickten knallroten Hummern. Beides sitzt wie angepasst und Marcel trägt den Kittel seither beim Kochen in seinem Bärentatzenkochclub.  
Weiter geht’s über den Sir Lowry’s Pass, Richtung Gordon’s Bay. Unterwegs sehen wir viele Pavianhorden, welche sich bei unserem Kommen widerwillig von der Strasse wegbewegen. Manche müssen wir umfahren. Mir passt das, denn so kann ich die intelligenten, selbstbewussten und schnellen Tiere aus nächster Nähe beobachten.

Auf dem Pass wachsen viele wildwachsende Proteen. Die Landschaft wird rauher und kälter, je höher wir kommen, trotzdem blüht und grünt es allenthalben. 
Die Fahrt geht weiter zu „Bettys Bay“ wo wir eine Pinguinkolonie, Kormorane und 3 Robben bestaunen. Die meisten Pinguine befinden sich zur Zeit in der Mauser, daher ihr zerzaustes Aussehen.

 

In der Kolonie herrscht dauerndes Kommen und Gehen, sich Putzen und ohrenbetäubendes Geschrei. Trotzdem können wir uns kaum lösen. Mehrere Kormorane stehen auf grossen Steinen und breiten ihr Gefieder zum Trocknen aus

Die Robben liegen faul im Hintergrund zwischen Steinblöcken. Schliesslich erreichen wir Onrusrivier, checken schnell auf dem CP ein und fahren weiter zum Westcliff, um Wale zu sehen. Das Finale war fast unwirklich. Als wir uns zu Fuss vielleicht 30 Meter vor der Hafenmole befinden, steigt plötzlich hinter der Mauer ein Riesenkopf immer höher aus dem Wasser. Ich sehe ein sanftes Riesenauge, welches uns ansieht. Mir bleibt fast die Luft weg vor Ehrfurcht. Dann, wie in Zeitlupe, verschwindet das Tier wieder hinter der Mauer. Obwohl fotografierfreudig, bin ich zu geschockt, um den Apparat hervorzuholen. Der Spuk ist vorbei. Danach finden wir einen höher gelegenen Platz und sehen etwas weiter draussen weitere Wale, welche tauchen, blasen und Luft holen. Nun fotografiere ich wieder. Später lesen wir: Hermanus gilt als der weltweit beste Ort, um Wale von Land aus zu beobachten.

 

10.11._41. Tag. Nach dem Frühstück fahren wir zum Neuen Hafen in Humanus und entdecken weitere Wale

Sie sind weiter entfernt, als die gestrigen. Schliesslich können wir uns lösen und fahren weiter nach Swellendam, wo wir im Drostdy Museum Complex die herrschaftlich eingerichteten Räume eines früheren Gefängnisverwalters und späteren anderen Beamten besehen. Und staunen, wie gediegen die Bessergestellten zu der Zeit gelebt haben. Danach besuchen wir auf der gegenüberliegenden Seite das Old Goal, ein früheres Gefängnis. Wir erfahren, dass die Gefangenen während ihrer Gefangenschaft darin Handwerksberufe erlernten. Ein Novum in der damaligen Zeit. Ankunft in Mosselbaai.

 

11.11._42. Tag. Heutiges Ziel: Oudtshoorn. Dort Besuch des Diaz Museum Complex. Die nachgebaute Karavelle zeigt, welche Bedingungen der damalige Kapitän und seine Besatzung im und auf dem Schiff hatten.

Denn das Original hat als erste ihrer Art Südafrika erreicht. Danach fahren wir weiter zu den Cango Caves, grossen Tropfsteinhöhen, deren grösste Räume riesigen Festsälen ähneln. Wir nehmen die Standard Tour, welche eine Stunde dauert.