Knysna - Nelspruit, 12.11.-20.11.

Knysna - Nelspruit, 12.11.-20.11.

 

12.11._43. Tag. Heute fahren wir die Gardenroute entlang, eine wunderschöne Tour . Dann Ankunft in der Cango Ostrich Farm, einer Straussenfarm, wo wir zuerst mit „Straussensteak und Röstekuch“ bewirtet werden. Anschliessend informiert uns die engagierte Mitarbeiterin über Strausse, darauf eine Führung durch die Farm, wo wir die vorwitzigen Strausse aus der Nähe betrachten können. Mehrere, sehr schlanke Mitarbeiter veranstalten danach eine Art Wettreiten mit ausgesuchten Straussen

Peter, ein Mutiger aus unserer Gruppe, kann sich immerhin einige Sekunden auf einem Strauss halten, ehe er abgeworfen wird. Interessant: Strausse können 60 – 70 Jahre alt werden. Ihre Eier halten ein Gewicht von 200 kg aus. Farmstrausse essen vor allem Luzerne und viele Steine, die sie zum Verdauen benötigen. Straussenfleisch ist am kalorienärmsten und fettarm. Dann Weiterfahrt an die Waterfront von Knysna. Wir bummeln an den schönen Läden vorbei und genehmigen uns ein kleines Glas Weisswein. Daraufhin geht die Fahrt weiter

zum CP in Brenton on Sea am malerischen Lake Brenton, welcher die Nr. 1 der CP’s für uns ist. Wir ergattern einen romantischen Platz vor dem See. Als ich mit dem Tagebuch schreiben und Wäsche waschen fertig bin, stehen die Liegestühle schon da!

 

13.11._44. Tag. Es geht weiter, einen Teil der Garden Route entlang zum Tsitsikamma Naturpark.

Im Monkeyland sind einheimische und auswärtige Affen zuhause und können im urwaldartigen Park frei herumlaufen. Wir folgen dem Guide auf dem Pfad. Wie empfohlen, vermeiden wir den direkten Blickkontakt. Denn die Tiere fühlen sich angegriffen, wenn man sie fixiert. Leider haben die Affen und wir so kalt, dass wir uns gegenseitig beim Zittern übertreffen.

Berührend: Ihr menschlicher Blick und wie die Männchen sich schützend zwischen uns und den Weibchen mit Jungen halten.

Die Tour durch das „Natures Valey“, an der R 102, führt an riesigen alten Bäumen vorbei, welche in die schmalen Strassen überhängen, mit tiefen bewaldete Schluchten. Aus meiner Sicht eine abenteuerliche Tour für ein Wohnmobil, aber schööön!

Wir erreichen die malerische Plettenberg Bay mit ihren gepflegten Häusern, in welcher wir am Strand entlang schlendern. Und entdecken eine eben gestrandete Riesenqualle mit einem Durchmesser von etwa 70 cm und ca. 30 – 40 cm Höhe.

Nesselfäden sind keine zu sehen. Ein hinzugekommener Strandgänger erklärt uns, diese Quallen seien für Menschen sehr gefährlich. Berühren verboten! Mit Gruseln beobachten wir Massen „heranrasender“ Schnecken, die sich sofort an der Qualle zu schaffen machen und an ihr zu fressen beginnen.

Unweit vor Port Elisabeth kommen wir am CP Storms River Mouth an, welcher seinem Namen alle Ehre macht. Schwere Brecher des Indischen Ozeans knallen mit grosser Gewalt und lautem Krachen an die Küstenfelsen, von welchen sie abprallen und hoch in die Luft geschleudert werden.

Es herrscht Sturm und Regen bei grauschwarzem Himmel. Wir ziehen uns warm und wasserdicht an und raus geht’s, um das Tosen aus grösserer Nähe zu beobachten. Ein Naturereignis erster Güte!

 

14.11._45. Tag. Wir bleiben heute am Storms River Mouth vor Port Elisabeth. Es ist Ruhetag und wir lassen uns Zeit. Im regnerischen Wetter stiefeln wir die atemberaubende und sich stetig verändernde Küstenlandschaft entlang und bewundern die urwaldartig üppige Vegetation. Hier ist alles eine Nummer grüner und grösser als anderswo. Gerne würden wir weiter bis zum Wasserfall hochwandern, und von dort die Küste noch besser überblicken. Doch leider ist es zu spät, zu weit und unsere leichten Wanderschuhe für den schlüpfrigen Pfad ungeeignet. Andere Mitreisende kommen bereits wieder zurück und raten ab, weiterzugehen. Abends bewundern wir einen spektakulären Sonnenuntergang hinter wilden Wasserfontänen. 

 

15.11._46. Tag. Wir lassen den Tsitsikamma Naturpark hinter uns. Unser Weg führt uns zuerst Richtung Port Elizabeth, Grahamstown. Wir verlassen die N2 bei Exit 671 Richtung Motherwell und finden schliesslich nach Addo den richtigen Pfad  zum Addo Elephant  Park, https://www.sanparks.org/parks/addo/   

Und beziehen unseren Platz. In der Nähe der Rezeption ist viel Action, es stehen riesige Safarilastwagen und alle Arten offene Geländewagen und viele Leute herum. Der Parkladen ist mit hochwertigen Waren bestückt. Leider haben wir keinen Platz mehr im Koffer für weitere Einkäufe. Also besser gar nicht anschauen. Auf der Suche nach dem Wasserloch läuft uns eine grosse Schildkröte über den Weg und verschwindet eilig im Gebüsch.

Zurück am Wohnmobil haben Dieter und Monika bereits ein Grillfeuer entzündet. Jo und Renate, unsere „zwei Mädels“ und wir gesellen uns dazu und lassen es uns gut gehen. Während die Anderen am Feuer bleiben, suche ich in der Dunkelheit das Wasserloch und bewundere die beiden Nashörner und einen Büffel mit grossen Hörnern. Ich liebe es mittlerweile, in der Dunkelheit ein Wasserloch und seine Umgebung zu beobachten. Leider übertönt das Flüstern der Leute zuweilen die Geräusche der Nacht.

 

16.11._47. Tag.  Wir sind noch im Addo Elephant  Park und brechen ohne Frühstück auf. Mit dem Wohnmobil sind wir unterwegs zum Hapoor Wasserloch. Kurz davor begegnen uns zwei Mitfahrkollegen. Ihre Mimik sagt genug: uns erwartet nichts besonderes. Und so ist es auch. Kein Schwein ist hier. Also Frühstück machen. Ich will gerade zum Wasserkessel greifen, und sehe dabei zur vom Wasserloch abgewandten Seite und erstarre: Eine breite Wand aus Elefanten kommt direkt auf uns zu,

und wir stehen genau,  wie weitere Fahrzeuge neben uns, zwischen den Tieren und dem Wasserloch. Unser Puls geht hoch. Werden wir jetzt alle zertrampelt? Die Wand kommt sehr schnell näher, wird grösser, hinter der ersten Reihe nahen weitere Reihen. Ich habe den Eindruck, eine Armee stampft auf uns zu. Es sind Mütter, Tanten, Halbwüchsige und Kleine, die rennen müssen, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Es ist unglaublich. Sie erreichen unsere Fahrzeuge, umspülen uns elegant

und marschieren weiter zum Wasserloch. Manche Leitkühe versperren anderen absichtlich den Weg, womit diesen und ihrer Familie für kurze Zeit der Zugang verwehrt ist. Die ersten beginnen zu trinken.

Der Anblick ist fast nicht zu fassen. Viele trompeten. Teenager schubsen einander,

Gruppen, die getrunken haben, entfernen sich in die andere Richtung und werden vom Urwald verschluckt.

Von hinten drängen weitere Gruppen vor. Ein unglaubliches Schauspiel. Wie viele das waren? Vielleicht 200. Später lese ich, dass im Addo mehr als 500 Elefanten leben. Lustiges Detail: als die Herden langsam verschwinden, traut sich von der Seite her ein Wildschwein zum Wasserloch und kniet sich zum Trinken hin. Es schätzt die Distanz zum nächsten Elefanten richtig ein und bleibt unbehelligt.

Aus der Ferne hinter uns nähern sich jetzt riesige Elefantenbullen. Bei den Herden angekommen, betasten sie einzelne Damen, ob diese heiss sind. Wobei die Mütter und Tanten ihre Kleinen abschirmen. Gut ist zu sehen, wie Mütter und Bullen uns nie aus den Augen liessen und sich einige Mal frontal zu uns stellen.

Die Bullen sind mittlerweile weitgehend unter sich. Jeweils zwei fangen ein Gerangel miteinander an.

Wir nehmen an, dass es nicht ernst gemeint ist, wissen jedoch, dass sich Rivalen immer wieder töten.

Elefantenbulle Happor und seine Söhne:  Happor war ein riesiger Elefantenbulle, welcher dreissig Jahre lang fleissig seine Herde vergrösserte und gegen alle seine Widersacher verteidigte. Mit dreissig wurde er von einem Jüngeren besiegt und brach frustriert aus dem Park aus. Die gesicherten Grenzen waren dabei kein Hindernis für ihn. Happors Sohn hat ca. 2010 seinen Bruder getötet. Es ging um die Vorherrschaft in der Familie. Die Rivalität zwischen den beiden Brüdern hatte bereits früher begonnen.

 

Wir verlassen den Park und fahren zum historischen Graaf-Reinet, und bewundern die gepflegten Häuser im kapholländischen Stil und eine riesig wirkende weisse Kirche im Zentrum.

Abends haben wir die Ehre, im historischen Drosty Restaurant ein Candle Light Dinner zu geniessen.

 

17.11._48. Tag.  Von Graaf-Reinet führt die Strecke an weiten Landschaften, Hügeln und immer wieder neuen Tälern vorbei. Ab der zweiten Hälfte der Strecke tauchen viele Seen, Wasserspeicher und Bäche auf. In Steynsburg erstehen wir in einer Metzgerei 2 grosse Steaks und ein ganzes Filet für ca. 10 Fr. Noch in Steynsburg entdecken wir eine Wiener Konditorei, wo wir Apfelstrudel kaufen und mit dem aus Österreich stammenden Konditor ins Gespäch kommen.

Sein Laden ist zu kaufen, denn er will weiterziehen nach Botswana. Wir erreichen Aliwal North und unseren CP und finden Platz unter einem grossen Baum. Sehr angenehm bei 32°C

 

18.11._49. Tag. Heutiges Zwischenziel: Königreich Lesotho, eine Enklave in Südafrika. Wir passieren die Grenze und sind in Schwarzafrika pur und einem der ärmsten Länder der Erde. Es gibt nur eine geteerte Strasse.

Auf dem Weg nach Maseru bekommen wir fast den Mund nicht mehr zu: Menschen hüten Kühe auf Wiesen, da sind Autowaschanlagen,

Obststände,

Telefonkabinen mit einfachsten Mitteln aus Wellblech zusammengefügt,

ein Mann wird von zwei Männern festgehalten, während ihm ein Zahn am Strassenrand gezogen wird. Ziegen, Kühe und andere Tiere werden irgendwohin getrieben. 

Bunt angezogene Menschen wimmeln durcheinander, selbst gefertigte Ziegel warten auf einen Käufer, Frauen hängen Wäsche auf, ein liegengebliebenes Fahrzeug wird repariert. Doch die Leute tragen eine Würde zur Schau, welche imponiert. Als wir in Maseru einen Parkplatz finden, umringen uns mehrere Leute, welche gegen Geld auf das Fahrzeug aufpassen wollen. Einer ruft, wir sollen ihn nehmen, der andere sei ein Trinker. Wir nehmen ihn. Hier ist das Gewimmel noch extremer. Eigentlich wollen wir ins Informationszentrum, finden es jedoch nicht. Später erfahren wir, es sei zum zweiten Mal abgebrannt. Nach einem kalten Getränk wollen wir wieder zum Fahrzeug. Wir trauen dem Aufpasser nicht. Doch er steht freudenstrahlend da, kassiert seine kleine Gebühr und hilft uns sogar noch beim Ausparken.

Wer eine der traditionellen Basotho-Wolldecken auf sich trägt, gilt als wohlhabend. Viele Basotho tragen diese Decken zu jeder Jahreszeit, da sie sowohl vor Kälte und Regen als auch vor Hitze schützen.

Schade, dass wir soviel Zeit mit Irrfahrten durch Ficksburg und Tourisburg verlieren, denn die Landschaft 30 km vor Clarens sieht mit seinen Felsformationen und Tallandschaften wunderschön aus und wir hätten uns hier gerne besser umgeschaut. Wir verlassen Lesotho in Wepener und erreichen Aliwal Nord im Golden Gate Nationalpark. Im Wohnmobil gehen heute früher als sonst die Lichter aus.

 

19.11._50 Tag. Noch im Hochland des Golden Gate NP durchfahren wir frühmorgens den Blesbok Loop.

Inmitten grüner Hügel entdecken wir im Nebel grasende Bergzebras. Unser Weg führt weiter zu einem Basotho-Dorf, wo ein gebildeter Einheimischer beim Rundgang durch verschiedene Gebäude die heutige und frühere Lebensweise demonstriert.

Auffällig: die äusserlich kleinen Rundhütten sind innen überraschend geräumig. Heute leben die meisten in Häusern. Wir fahren weiter zum Royal Natal National Park, der eine extra Reise wert wäre… Und beziehen im wunderschöne Mahai Camp einen geräumigen Platz

 

20.11._51 Tag. Leider tobt nachts ein schlimmes Gewitter und durchnässt durch das ein wenig geöffnete Fenster im Nu unser Bettzeug. Chaos.. Abfahrt früh um 7.30, da wir lange Stops vor den erwarteten zahlreichen Baustellen vermeiden wollen. Vor dem Eingang des Camps treibt eine Pavianhorde mit Jungen ihr Unwesen. Sie weichen ungern, fixieren uns und setzen sich immer wieder neu vor uns auf die Strasse. Heute eine 560 km lange Tour. Wir verlassen uns auf das GPS und wählen die kürzere Route über die Bergstrasse. Und freuen uns über die tolle Morgenstimmung und mega Sicht über die nasse Landschaft und auf die Drachenberge in Afrikas wildem Norden. Und wähnen uns in einem Fantasiefilm mit fliegenden Drachen und ihren hoch in den Bergen liegenden Nestern.

Die Fahrt nach Nelspruit ist mühsam, denn wir müssen 5 lange Baustellen mit viel Warten passieren. Sehen unterwegs viele Zitrus- , Obstplantagen sowie Weinberge. Ob hier immer alles so grün ist? Weit entfernt sehen wir eine grosse Fläche brennen