Krüger Park - Johannisburg, 21.11.-27.11.

Krüger Park - Johannisburg, 21.11.-27.11.

 

21.11._52. Tag. Der Besuch des Krüger Parks war ursprünglich für den Anfang der Tour geplant. Das ging leider aus organisatorischen Gründen nicht und so musste der Park am Ende der Tour eingebaut werden. Wir fahren also zum Malane Gate vom Krüger NP und zielen dann das Skukuza Camp an. Nach dem Einchecken, Platz beziehen und der Tagesbesprechung, besuchen wir die Library im riesigen Camp. Dort erfahren wir interessantes über besondere Elefanten. Am Nachmittag gehts los im Geländewagen. Eine Viertelstunde später sehen wir eine zierliche Leopardin in aller Gemütsruhe unten im Bach Wasser trinken,

während sich das grosse Männchen oben am Flussufer hinter einen Busch legt, nachdem es sich zuerst umgedreht und uns angefaucht hatte.

Von Jo und Renate erfahren wir später, dass es äusserst selten vorkommt, in freier Wildbahn oder einem NP einen Leoparden zu Gesicht zu bekommen.

 

22.11._53. Tag. Nach einer Nacht bei angenehmen Temperaturen und erfrischendem Regen geht’s mit dem Wohnmobil los zur Fotopirsch. Ausgangs Camp steht ein verloren wirkender grosser Elefantenbulle an der Kreuzung und frisst. Als er sich trollt, fahren wir weiter. Auf dem Weg zum Lower Sabie Camp, unserem heutigen Camp, bewundern wir eine schön gezeichnete Giraffe mit wunderschönen Wimpern,

ein Krokodil mit sehr gefülltem Bauch auf einer Sandbank am Sabie, eine grosse Flusspferdgruppe im Wasser, und 9 graugrüne Krokodile auf einer Sandbank an einem See.
Nach der Ankunft und Besprechung im Lower Sabie Camp gehen wir zum Restaurant am Sabie River, wo wir ein Flussperd sehen, das über einen runden Felsen fotogen ins Wasser gleitet

und plötzlich sind es zwei Flusspferde. Von der Seite kommt
ein Ast geschwommen, der sich als Krokodil entpuppt.

 

23.11._54. Tag. Kurz nach der Abfahrt nehmen wir einen kleinen Loop. Nur ein paar Gazellen zeigen sich. Dann nur Gebüsch. Hier und da ein einzelner Elefant. „Eh, was war das gerade?“ Etwas stand doch da, ich sah es links vorbeiwischen. Ein Gepard? Rufe Marcel leise zu: „zurück, vorsichtig!“. Gesagt, getan. Und da ist er, der wunderschöne Gepard, nur etwa 3 bis 4 Meter entfernt. Er steht dort auf dem gemauerten Podest, springt dann vom Podest runter, behält uns beiläufig in den Augen, wirft sich mit dem Rücken auf den Boden und wälzt sich genüsslich zwischen dem Gras.

Dann trollt er sich von uns weg, springt auf einen Stein,

schaut sich um, fixiert uns nochmals und verschwindet eine Sekunde später im hohen Gras. Wir: fasziniert und darob erstaunt, wie verspielt sich dieses elegante Tier zeigt.

Danach  ein Feuerwerk von Tierbeobachtungen: Kudus, Elefanten, jede Menge Gazellen, verschiedene Geierarten, Flusspferde im Fluss und beim Grasen, Streifengnus, Warzenschweine, ein Nashorn,

Affen, Njalas (Antilopen). Gegen Ende der Tour sehen wir viele Geier um eine grosse Beute stehen und an ihr herumzerren,

weitere sitzen auf den umliegenden Bäumen, aber kein grosses Raubtier ist zu entdecken. Später erfahren von anderen, sie hätten dort 3 Löwen unter einem Baum liegen sehen, satt von ihrem Riss. Tja.. Unser heutiges Camp: Letaba, Krüger NP.

 

24.11._55. Tag. Am Morgen fahren wir zum Sabre Damm, innerhalb des Krüger NP. Und trafen dort unseren Mitfahrkollegen Josef und seine Frau. Auf dem Damm steht ein fortartiges Bauwerk mit Palisaden. Im Gebäude laden schiessschartenartige Ausgucke zum Beobachten ein. Im leichten Nieselregen beobachten wir die Wasserstelle, sehen jedoch keine Tiere. Ob die Tiere wegen der beginnenden Regenzeit jetzt wegbleiben? Denn jetzt entstehen überall kleine Wasserflächen. Dann berichtet uns Josef, dass am Loop drei Löwen gesichtet worden seien. Er wisse noch, wo die Stelle sei. Also er voraus, wir hinten nach. Und sehen, fast gänzlich durch die grünen Büsche versteckt, drei Löwen liegen. Keine gute Voraussetzung zum Fotografieren. Doch ein Foto gelingt dann doch halbwegs: Eine Löwin blickt durchs Gebüsch direkt in mein Visier. Eigentlich sieht man nur ihr Auge.


Wir verlassen den Krüger NP und fahren vom GPS geleitet via Phalaborwa über die R533 und R532 zum Blyde Canyon, was nicht der vorgesehenen Route entspricht. Doch auf der anstrengenden Route zeigt sich nochmals das bunte, wimmelnde extrem lebendige Schwarzafrika. Leider nimmt der Regen zu und als wir im Blyde Canyon ankommen, können wir wegen des Nebels kaum mehr etwas erkennen.

Eine abenteuerliche, interessante Fahrt. Kaum im Forever Resort angekommen, liegen wir in den Federn. 

 

25.11._56. Tag. Wir verlassen das Forever Resort und fahren im dichten Nebel zu den Dree Rondavels. Zwischen den Schwaden sind zwar nur einzelne Abschnitte der Rondavels zu sehen. Trotzdem, es bietet sich uns ein wundervoller Ausblick ins geheimnisvolle momentane Nebelreich mit Bergen und schrundigen Schluchten.

 

Weiter zu Bourkes Luck Potholes,

wo sich die Nebel lichten und die Sonne durchdringt. Zu sehen: Eine bizarre Landschaft, viel felsiger Grund, in dem das Wasser tiefe Furchen und Wassermühlen für den Fluss gegraben haben. Dies alles gehört zum Blyde Canyon, der auf uns wirkt, wie nicht von dieser Welt bzw. wie ein Überbleibsel aus der Entstehungszeit unserer Erde.

 

26.11._57. Tag. Weiter zu den Berlin Falls, welche malerisch in die grüne Landschaft eingebettet sind.

Vor Graskop verlassen wir den Blyde Canyon und durchqueren schwarzafrikanische Dörfer. Da sitzen Leute vor kleinen Unterständen und bieten ihre Ware an, andere gehen zu Fuss grosse Strecken. Es wimmelt von Kindern und Erwachsenen. Vor allem fällt auf, wie fantasievoll die Menschen ihre Kleidung kombinieren, insbesondere ihre Kopfbedeckungen. Renate hat am Vortag umdisponiert und so fahren wir heute zum CP in Wasserfall Boven,  also runde hundert  km weiter als ursprünglich geplant. Ein guter Entschluss, denn morgen kommt zum Schlussspurt noch die Abgabe der Wohnmobile. Ganze drei Stunden packen und putzen wir. Wobei wir wieder einen Teil umpacken, denn bei Übergewicht des Gepäcks wird’s teuer. Das Schlussbuket dieses unglaublichen Tages besteht aus Jo’s „Potje“, Ein Eintopf, der in einem grossen Eisentopf köchelt. Nach diesem Genuss sitzen wir ein letztes Mal zusammen am Lagerfeuer und lauschen andächtig Jo’s und Renates Liedern.

 

27.11._58. Tag. Der letzte Reisetag der Tour ist angebrochen. Wir fahren früh los und stehen am Mittag vor den aufgehenden Toren von Maui. Unsere Abgabe geht ruck zuck, denn wir haben Glück und müssen keine Schäden abwickeln. Sifisio und die Putzleute hatten nach unserer Abfahrt sicher viel Freude an dem mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und sonstigen Sachen vollgestopften Wohnmobiltisch. Auf der Fahrt mit dem Bus durch Johannesburg (Dschooböarg gesprochen) sehen wir nochmals die Stadien, welche während der Fussballweltmeisterschaft eine grosse Rolle gespielt haben und auf welche die Südafrikaner immer noch so stolz sind.

Wir fahren durch Soweto, dem berühmtberüchtigten  Schwarzenviertel, welches heutzutage fast die Hälfte von Johannesburg einnimmt. Dort sehen wir die ganze Bandbreite von Behausungen: einfachste Wellblechhüttengebiete,

gemauerte Minihäuser,

grössere Häuser, Häuserblocks, gepflegte Häuser der Bessergestellten und Villen von wirklich Reichen.

Auffällig auf der ganzen Tour: Meistens sind die Vorhöfe der einfachen Leute sehr sauber gekehrt. Das Gewimmel in den Strassen ist sehr afrikanisch.

Man sieht Leute mit ärmlichen Kleidern und sorgenzerfurchten Gesichtern, herausgeputzte Normalos,

eingebildete Statusdemonstrierende.
Der Abschied von Renate, Jo und Sifisio fällt schwer, denn sie sind uns sehr ans Herz gewachsen.
Am Flughafen befällt uns Anspannung, die bis zum Einstieg ins Flugzeug währt. Denn unsere Koffer wiegen zwar wenig mehr als die erlaubten 23 kg pro Person, dafür ist unser Handgepäck annähernd doppelt so schwer als die erlaubten 8 kg pro Person. Doch zum Glück fallen wir nicht auf und kommen unbehelligt durch.