Lake Powell, Antelope Canyon und US-Camper. 8.-9.6.2013

Lake Powell, Antelope Canyon und US-Camper. 8.-9.6.2013

Schon um 9.30 h am Morgen messen wir 36°C. Dank Autoklimaanlage schaffen wir es jedoch locker zum Glen Canyon Damm, wo wir die Aussicht auf den Lake Powell sowie die graziöse Brücke über den Colorado geniessen. Wir lesen, das gestaute Wasser sei wie ein Wassersparbuch für die hiesige Navajobevölkerung anzusehen. Bei grosser Trockenheit reiche das Wasser des Lakes 10 Jahre, wenn gar nichts nachkommt. Wir stellen uns trotzdem die Frage, wem fehlt das Wasser dort, wo es früher ungestaut hinfliessen durfte? 

9.6. Nach etwas Sucherei erreichen wir den trostlosen Parkplatz des Antelope Canyon, von dem aus wir mit den Jeeps der Navajos bis zur Höhle des Slot Canyons breschen. Wir bezahlen pro Person insgesamt 46 Dollar. Dort angekommen, werden wir aus Sicherheitsgründen gezählt, denn 1997 kamen in dem Slot 11 Touristen um, als ein weit entferntes Gewitter eine Flutwelle hindurch jagte. Doch nun das Vergnügen: Alle paar Meter bleiben wir im Canyon stehen, um die wunderbaren Farben, Formen - und da Mittagszeit ist - die Lichtspiele des senkrecht einfallenden Sonnenlichts zu beobachten. Ich habe Glück, der Navajobegleiter scheint Gefallen an mir gefunden zu haben und zeigt mir meist die besten Plätze. Marcel lächelt nur souverän.

Dann sind wir wieder aus der Höhle, doch wohin? Der CG ist uns während des Tages zu heiss. Jetzt nicht lachen... Wir beschliessen nämlich, in den kühlen Walmart zu gehen, obwohl unser Kühlschrank kein Futter benötigt. Dort angekommen, ergreife ich die Gelegenheit, mir im Hair Shop meine Haare schneiden zu lassen. Die Prozedur dauert ganze 15 Minuten und kostet 16.50 Dollar. Um es gelinde zu sagen, meine Friseuse Barbara zuhause hätte es wesentlich besser hingekriegt! Während dessen erstand Marcel einige Musik CD's. Unter anderem.

Um 16.15 h gings per Motorboot auf den Lake Powell. Denn der See zeigt seine Schönheit vor allem auf dem Wasser. In deutscher Sprache erfahren wir via umgehändigtes Audiodings, dass die Löcher in den Felsen nicht von Menschenhand gemacht wurden, sondern im Grunde vom Frost geschaffen wurden. Der See ist übrigens so gross, so dass sich die Unmassen an Motorbooten, Jet Skis und Wohnbooten so verteilen, dass sie nicht auffallen. Einzig auf unserem CG ist uns aufgefallen, dass hier jeder zweite Platz ein Motorboot beherbergt.

 

Zu dem Thema Motorboote und Verhalten der Amerikaner auf einem CG, von dem aus vor allem Wassersport betrieben wird ein Auszug aus einem Mail:

im moment schreibe ich dir aus einem cp am lake powell, einem riesigen stausee. das treiben hier auf dem cp kannst du dir nicht vorstellen. neben uns kampiert eine frau in mittleren jahren mit 3 grossen und 1 kl. hund. sie kam gestern nacht mit ihrem pick up und hinten dran ein grosses motorboot. desweiteren steht noch ein jet ski da. geschlafen hat sie auf dem pick up. ihre lebensmittel und utensilien lässt sie in der heissen sonne auf dem tisch und den bänken rumstehen. ein schlauchboot liegt auch da. auf der gegenseite steht ein riesiger wohnwagen. mindestens 14 m lang. dazu gehört ein grosses motorboot und zwei jet skis. hinten am wohnwagen ist eine luke im moment aufgeklappt, dort hat ein offener geländewagen platz. die luke dient als rampe. im wohnwagen schlafen ein paar und ca. 5 teenager. alles mit aircondition, strom ist in der campinggebühr inbegriffen. keiner spart an strom. kein fenster ist daher offen. auch nicht in der nacht. die frau mit den hunden und die familie mit dem wohnwagen gehören irgendwie zusammen. jetzt sind sie alle weggeflitzt. es ist klar. Es ist hier 9.30. sie werden jetzt den ganzen tag auf dem lake powell rumkurven. ganz früh um halb 6 sind wir zu fuss runter zum see. dieses gebiet ist nicht für fussgänger gemacht, nur für autos und boote. der see erschliesst sich nur denjenigen, die auf dem wasser sind. viele mieten hier ein haussboot und machen dort ferien. die hausboote kosten - wie marcel sagt - ca. 300 Dollar an aufwärts pro Tag. Der Parkplatz für die haussbootmieter ist voll. offenbar wird das angebot rege benutzt.