Las Vegas, Stadt der Illusionen und des Mammons. 14.6.2013

Las Vegas, Stadt der Illusionen und des Mammons. 14.6.2013

Kurz vor Las Vegas tauchen die ersten Joshua Trees auf, kakteenartige Bäume. Offenbar wachsen sie nur in Gebieten mit grosser Hitze. Irgendwie erinnern sie an die Köcherbäume in Namibia. Den mit seinen 223 m hohen Hoover Dam besichtigen wir nur kurz. Er staut den Colorado zum Lake Mead.

Las Vegas präsentiert sich bereits in seinen Vororten schrill, also ca. 20 km vor der eigentlichen City. Wohin man sieht blinkende Leuchtschriften. Schon hier locken Casinos zum Spiel. Und dann  ist sie da, Las Vegas, Glitzerstadt in der Wüste, Moloch der Gier, Riese der Illusionen, Selbstdarstellung und des hemmungslosen Verbrauchs von knappen Resourcen wie Strom und Wasser. Sie stösst ab, zieht an, fasziniert. Jedes Casino ist im Wettbewerb mit den anderen. Jedes lockt mit noch spektakuläreren Innendekorationsthemen. Immens die Menschenmenge aus aller Welt am Strip, den Spieltischen und einarmigen Banditen. Individuen, die offenbar in den Casinos unglaubliche Summen liegen lassen.  

Unser KOA-CG liegt sehr zentral direkt neben dem Casino Circus Circus und nur wenige Meter neben dem Strip, der Hauptvergnügungsmeile. 39°C messen wir bei unser Ankunft. Also marschieren wir sofort ins Circus Circus , denn wie alle diese Etablissementes ist es heruntergekühlt. Dieses Casino wendet sich neben den Glücksspielen für Erwachsene auch an Kinder. Es geht hier zu wie auf einer Kirmes, nur findet alles im Gebäude statt. Unser nächstes Ziel ist das prächtig herausgeputzte Casino Bellaggio, das neben den Spieltischen und einarmigen Banditen mit oberitalienische Seen lockt. Danach streben wir ins Casino Cesares, welches das alte Rom illussioniert. Hier sehen wir Pokerspieler mit betontem Pokerface an grossen Tischen in einem extra Bereich spielen. Es gab eine Warteliste für Spieler, die noch einen Platz suchten. Ein Spieler, der besonders unbeteiligt wirkte, hatte einen Riesenhaufen Jetons vor sich liegen, der nach jedem Spiel weiter anschwoll. Danach gings ins Casino Paris, welches schon Aussen mit einem Eifelturm protzt und Innen mit französischem Ambiente spielt. Auf dem Heimweg liessen wir noch die graziösen Aussenwasserspiele des Bellaggio, mit Musik untermalt, auf uns wirken. Das war wirklich romantisch.

 

Wir selbst gaben keinen müden Dollar für das Glücksspiel aus. Wir wollten einfach nur gucken und hier und da etwas essen, trinken oder sonst konsumieren. Irgendwo in einem der Casinos liefen wir an einer Chapel vorbei. Hier kann geheiratet werden. Der Pfarrer liefert bei Bedarf auch den Trauzeugen. Wir haben nachgelesen. Eine Beglaubigung des Konsulats wäre erforderlich gewesen, dann hätte die Trauung auch in CH gegolten. Wäre doch romantisch gewesen. Oderrrr?

Spätnachts auf dem CG stellten wir fest, dass die Temperaturen immer noch 39°C betrugen, im Wohnmobil wars eher noch heisser. Also Stühle raus, denn Aussen bewegte sich immerhin die Luft ein wenig.Noch später in der Nacht warens dann 35°, weiter kühlte es nicht mehr ab. Immerhin lieferte unser Kühlschrank kaltes Bier und Mineralwasser. Obwohl wir für drei Tage reserviert hatten, beschlossen wir, je nach Situation am nächsten Morgen zu entscheiden, wie es weitergeht. Ich versuchte noch, draussen im Liegestuhl zu schlafen, doch zur Hitze kam noch der Lärm dieser Stadt, die niemals schläft. Morgens brannte schon um 8.00 h die Sonne. Wir hatten doch noch so viel sehen wollen, aber bei dieser Hitze... Mit Bedauern beschlossen wir, jetzt schon abzufahren