Russland, Sibirien, von Mariinsk bis Krasnojarsk. 10.-12.6.2015.

Russland, Sibirien, von Mariinsk bis Krasnojarsk. 10.-12.6.2015.

10.6.2015. Mariinsk. Südsibirien. Die 425 km-Strecke mit teils Starkregen, eiligen PKW- und Lastwagenfahrern, Schlaglöchern, Queerrillen usw fordert unsere volle Aufmerksamkeit. Hier befindet sich das grösste Kohlenabbaugebiet Russlands. Hier fand ab ca. 1820 ein Goldrausch statt, wo zeitweise 6.000 Menschen nach Gold suchten, davon 80% Sibirienverbannte. Ausserdem lagen hier mehr als 400 Gulags, in denen 2.5 Mio Menschen gefangengehalten wurde. Zur Erinnerung:  im Gulag sind mehr Menschen umgekommen, als im 2. Weltkrieg.

11.-12.6.2015. Krasnojarsk. Vor der Weiterfahrt besuchen wir morgens noch die Wodkafabrik von Mariin. Der Direktor persönlich führt uns durch die Fabrik. Das Wasser für die Herstellung wird aus 400 m Tiefe heraufgepumpt. 60% des besten Wodkas der Fabrik, der „Beluga-Wodka“, wird ins Ausland exportiert. Der Monatsverdienst der einfachen Arbeiterinnen beträgt 12.000 Rubel, also ca. 200 Euro netto. Von diesem Geld können sie hier leben.

Unseren Stellplatz vor dem Sportstadion in Krasnojarsk finden wir nach einigem hin und her dann doch noch. Am nächsten Tag ist die Stadt in Festlaune. Russland und Krasnojarsk wird aus Kostengründen am heutigen Tag gefeiert. Die Leute sind in bester Laune. An der Promenade am Fluss Yenisey stehen einige gut gelaunte Kosaken vor einer Art Gulaschkanone. In ihr wird üblicherweise Buchweizengrütze gekocht. Manchmal sei auch Fleisch in der Grütze, sagt uns die Stadtführerin. Am Spätnachmittag taucht vor unserem Wohnmobil schon wieder ein TV-Team auf. Ich gebe mein Bestes, alle Fragen der Interviewerin zu beantworten. Lustig: Ich musste zeigen, dass der Herd, das Wasser und der Kühlschrank funktionieren. Die Interviewerin meinte, hätten wir noch ein drittes Bett, würde sie gerne mit uns mitkommen. Ich: Sie sei zu hübsch, als dass ich sie als Dritte mitnehmen würde, was ein Gelächter auslöste.