Victoria Falls - Windhoek. 9.-14.10.

Victoria Falls - Windhoek. 9.-14.10.

 

9.10. _ 9. Tag. Heute geht’s von Simbabwe zurück nach Botswana. Am Schalter der Grenzstation sitzt wieder derselbe Beamte, der mich sofort wieder erkennt und freundlich feixt. Das Prozedere geht diesmal fix vonstatten. Wieder unterwegs sehen wir mehrere Affenfamilien unter Bäumen. Geier fressen einen totgefahrenen Affen am Strassenrand. Wir kaufen ein, tanken. Nach 6.75 Stunden erreichen wir unsere Lodge welche zwischen Kazungula und Kasane in der Nähe des Chobe River liegt. Die Lodge ist wunderschön. Mir ist so heiss, dass ich gierig in die grüne Glungge des Swimmingpools tauche. Eine Wohltat. Nachgespritzt mit dem Wasserschlauch. Abendessen im Lodgerestaurant mit Blick auf den Chobe River im Abendrot. Verzaubert von der Aussicht..

 

10.10. _ 10. Tag. Abfahrt um 5.15 h mit offenen Geländewagen zum Chobe River Ufer bei Kasane, wo wir 3 Krokodile mit spitzen Schnauzen (sind das Alligatoren), eine grosse Wasserbüffelherde, Hypos in der Ferne, Paintet Dogs, bestehend aus einer Hyänenmutter mit vielen Jungen, Massen von Antilopen, mehrere Elefantenherden, Gnus, aus der Nähe sehen. Wir erfahren, dass Paintet Dogs eine der erfolgreichsten Tiere bei der Jagt sind. Störche, Massen rumrennender Rebhühner.
Nachmittags Riverfahrt auf dem mäandernden Chobe River. Staunen über die riesige Tiervielfalt. Hypofamilien, Elefantenfamilien und -verbände, Krokodile, Antilopen, viele Vogelarten, Affengruppen, Affenmütter mit ihren Jungen auf dem Rücken,

 angriffslustigen dominanten Affen, Wasserbüffel mit Vögeln auf ihren Rücken, welche Jagd nach Maden machen. Wieselnde Elefantenjunge, die sich teils mit dem Rüssel am Schwanz der Mutter festhalten, um nicht abzufallen. Ein Adlerpaar auf einem Baum. Staunen ohne Ende. Sonnenuntergang bei Vollmond am blutroten Himmel über dem Chobe. Abends im Camp mit unserer Gruppe am Lagerfeuer gesessen. In der Hand ein Glas Rotwein. Jo, mit einem unerschöpflichen Vorrat an guten Liedern, die Gitarre um den Hals, stimmt mit seiner Renate Lieder an. Wir summen mit.

 

11.10. _ 11. Tag. Weiterfahrt nach Gweta. Schlimme Strassenverhältnisse. Davon sind 50 km extrem schlecht. Staub dringt durch alle Ritzen. Viele zerrissene Reifen am Strassenrand. Ankunft im Camp nach 6.5 Stunden. Dafür Camp wunderschön angelegt mit Rundhütten. Tolle Badehäuser, ebenfalls aus Rundhütten. Wir bewundern die uralten riesigen Baobab-Bäume. Die Legende des Baobabs: „Gott erschafft die Natur. Überlegt gerade, wo dies und das hinsolle. Neben ihm drängelt einer, der ihn ungeduldig am Ärmel zupft und fortwährend Baobab brabbelt. Gott ärgert sich über das lästige Wesen, hebt  es genervt hoch und rammt es kurzerhand mit den Wurzeln nach oben in den Boden“. So kam der Baobab zu seiner Gestalt.  Abends stimmiger Ausklang unter dem funkelnden Himmel, mit angestrahlten Baobabs, inmitten langen Grases und fremdartigen Geräuschen. Wir singen und summen am knisternden Feuer.

 

12.10. _ 12. Tag. Es geht nach Maun zum Okavanko Delta. Unterwegs viele wegrennende wilde Strausse, teils mit ihren Jungen. Ihr wippender, tanzartiger Gang ist eigenartig. Ein entgegenkommendes Fahrzeug gibt Blinkzeichen. wir verlangsamen und sehen gleich darauf zwei verunfallte total verbeulte PW’s unterhalb der Strasse liegen. Die Leute krabbeln gerade heraus. Renate erzählt uns später, die Insassen werden vermutlich per Anhalter weiterfahren und Andere werden die PW’s innert Stunden ausschlachten und nehmen, was sie brauchen können. Fahrtdauer 3.25 h. 36.5° C. Parken innerhalb des Campgrounds auf einem Platz am Fluss. Sitzen unter Büschen im Schatten. Abfahrt zum Flughafen Maun. Rundflug mit kleinen Flugzeugen über das Okavango-Delta. Dauer 1 h. Das Delta grüsst uns glitzernd. Wir sehen viele Elefanten, Hypos und Gazellen zwischen den Seen, Tümpeln, Grasland, Bäumen, Schilf. Ein Paradies für Tiere. Wir sehen aber auch grosse abgebrannte Flächen

 

13.10. _ 13. Tag. Morgens um 7 h verlassen wir Maun. Passieren schlafende Esel und Kühe welche am Strassenrand leben. Afrikanische Rushhour: Erwachsene und Kinder in Schuluniformen und Ranzen eilen dahin. Nach rund 180 km passieren wir wieder einmal eine Tollwutsperre, die vierte der Reise. Zuerst müssen alle sichtbaren Schuhe raus und ins tiefbraune Wasserbad, dann das Wohnmobil hindurch. Rd. 40 km nach Ghanzi fahren wir auf den Trans Kalahari Highway auf. Die graue Busch- und Steinlandschaft wird unmerklich grüner, je mehr wir nach Westen fahren. Wie macht sie das mit so wenig Regen? Rund 140 km später passieren wir problemlos und zügig die Grenze von Botswana nach Namibia. Immer mal wieder bewundern wir mit ausladenden Röcken gekleideten stolzen Hererofrauen und ihren an kleine Hörner erinnernden Kopfschmuck. Nach Buitepos und 2.5 km Schotterpiste erreichen wir gut geschüttelt unser Camp in Zelda. Nachmittags Fütterung von Leoparden und Geparden. Besuch bei den schmalgliedrigen schlanken überaus symphatischen San/Buschmännern den friedlichen Ureinwohnern, welche einst von  Hottentotten, später den Europäern und den einströmenden Zentralafrikanern fast ausgerottet wurden. Die San zeigen uns, wo sie energie- u. wasserspendende Wurzeln und Heilpflanzen im Busch finden. Danach folgt ein eindrücklicher Jagdtanz. Wir sind tief beeindruckt von den ausdruckstarken freundlich-ernsten Gesichtern der San.

 

14.10. _ 14.10. Abfahrt um 9 h bei 25.5° C. Ziel: Windhoek. Unterwegs sehen wir immer wieder deutsche Namen. Grund: Namibia war 1884 bis 1915 eine deutsche Kolonie, Deutsch-Südwestafrika, die sie danach an die Engländer verlor. Viele ehemalige Soldaten haben nach der Rekapitulation dort als Farmer, Handwerker ect. gesiedelt. Vom Camp mit dem Taxi in die City Windhoeks gefahren und in der Post Mall und Independenz Avenue gebummelt. Man spricht dort deutsch. Das Buch „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ erstanden, das von zwei deutschstämmigen Geologen im damaligen Deutsch-Südwestafrika handelt. Sehr empfehlenswert und wahr.