Seidenstrasse Teil II

Mongolei

Weites Steppenland, 4 Mal so gross wie Deutschland, mit insgesamt rund 3 Millionen Einwohnern, wovon rund die Hälfte in Ulan Bator leben.

Mongolei. „Welcome in Mongolia“1.7.-2015.

Die Losung für den Grenzübergang lautete „Stossstangenkuscheln und ja keinen zwischenreindrängeln lassen“, denn wir wollen zusammen abgefertigt werden, um einander helfen zu können, und damit uns besser geholfen werden kann… Leichter gesagt, als getan. Wir waren eindringlich vorgewarnt, dass sich die Mongolen mit ihren Fahrzeugen ohne Hemmung dazwischendrängen. Und sie versuchten es auch kurz vor dem russischen Übergang in trichterförmiger Formation, jedoch vergebens, da wir Stossstange an Stossstange standen. Ein Motorradfahrer versuchte es trotzdem, brach sein für unser Fahrzeug riskantes Manöver jedoch ab, als ich ihm erbost „No! Stop!“ zuschrie. Auf der russischen Seite kontrollierten je 2 Beamten die Fahrzeuge und wir mussten an verschiedenen Stellen Fahrzeugschein, Zollerklärung und Migrationskarte vorweisen sowie versichern, dass wir keine verbotenen Dinge ausführen. Dann gelangten wir auf die mongolische Seite der Grenze, auf der wir als Erstes durch ein Desinfektionsbad...

Sukhbaatar. Nochmals alles vom Hammel +Spezialsandpistencocktail. 2.-3.7.2015

Die Mongolei fängt direkt nach der Grenze an. Dies klingt simpel, aber uns ist noch nie ein so grosser Unterschied zwischen zweier  Grenzgebiete aufgefallen, wie nach dieser. Die Landschaft ist noch weiter, wir bewegen uns nun zwischen Höhen von 1400 und 1200 m, links und rechts liegen verstreut Jurten mit Pferchen, Kühen, Schafen, Geissen, Jaks. Das ist erst der wahre Orient. Immer wieder sehen wir einen Tierköpfe oder Kadaver von Fohlen oder Hammel liegen. Später beobachten wir, wie3 Mongolen einen Hammel zubereiten: Sie nehmen das Tier von hinten her aus, wobei der Kopf und das Fell zusammenbleibt. Dann füllen sie die Knochen mit Fleischstücken dran in das Fell ein, geben Zwiebeln und heisse Steine hinein vermischen das Ganze, indem sie es hin- und herdrücken. Daraufhin wird das Ende mit einem stabilen Draht zugebunden und nochmals nach Kräften vermischt. Jetzt wird das Fell abgebrannt, bis auch die letzte Stoppel weg ist, nun wird der jetzt wurstförmige Körper mit dem dran...

Mongolian Secret History Camp bei Ulan Bator. 3.7.2015

3.7.2015. Nach der Übernachtung im Mongolian Secret History Camp bei Ulan Bator, von dem aus wir einen wunderbaren Blick auf die Landschaft hatten, gabs schon bei der Ausfahrt einen Zwischenfall. Ein Teilnehmer hatte grad 2 Platten, verursacht durch die spitzen Steine des Hoppelwegs. Als wir durchfuhren, waren sie schon zu viert dran, die Reifen auszuwechseln. Also unsere Gruppe ist schon ein super Team geworden! Alle helfen einander. Das ist nicht selbstverständlich!

Khustayn Nationalpark. Przewalski-Pferde und andere Wildtiere im Park. 4.-5.7.2015

Der Khustayn Nationalpark liegt Nähe Ulan Bator. Die heutige Tagesstrecke beträgt nur 50 km? Und keine Zeitangabe, wann uns die Reiseleitung erwartet? Hm.. Tja... Anfangs genossen wir noch die Strasse mit ihren normalen tiefen Schlaglöchern und gefährlichen Einzackungen am Rand, doch dann gings von der Strasse ab auf eine teils 4-spurige Sandpisten-querfeldein-feldwegart, die es in sich hatte. Und wer, wer sass zufällig am Steuer? ..Bingo! aber dann machte es sogar richtig Spass, die beste Rille mit dem wenigsten Sand anzupeilen, bzw. auf zwei Grashöckern oder überhaupt ganz weg von den Spuren im Grasland zu fahren. Alles ging gut und die Räder unseres Fahrzeugs drehten nur kurz kurz durch. Einmal, wir waren gerade auf einer Art Anhöhe angekommen, kam uns ein einheimischer Bus entgegen. Marcel meinte noch, ich solle ausweichen. Aber wohin? Dann hätten wir nämlich im Sand festgesteckt. Also fuhr ich einfach langsam weiter. Alles ging gut, denn der Bus wich uns gewandt aus. Einige von...

Sanddünen, Kamele, starker Wind bläst Sand in jede Ritze. 6.7.2015

Die Sandpiste wieder zurückzufahren, war nicht so schlimm als wir dachten. Es könnte auch sein, dass unsere Fahrtechnik besser geworden ist. Ab heute sollen wir mit dem Wasser haushalten, da dieses meist nur in Wasserhäuschen gegen ein kleines Entgelt erhältlich ist. Heute die Jurte einer mongolischen Bauernfamilie besucht. Als Willkommensgruss bot uns die Hausfrau vergorene Stutenmilch vor, welche kühl, fast süss und gut schmeckte. Wir erfuhren, dass diese Familie als wohlhabend gilt, denn sie benutzt TV und besitzt einige Hundert Kühe, Schafe, Geisen und ein paar Kamele. In der Jurte war es gemütlich und gepflegt. In der Mitte steht ein Ofen mit Ofenrohr und es gibt eine Männer- und Frauenseite. Sie sind Buddisten. Die Familie zieht jeweils in ein Sommer- und Winterlager. Einige von uns sind mit den Kamelen durch die Dünen geritten. Die Kamele gehören wegen ihrer 2 Höcker zu den Trampeltieren. Unser Nachtplatz lag vor den Sanddünen. Es war heiss, die Luft sehr trocken und der...

Karakorum, die frühere Hauptstadt des mongolischen Imperiums und Pferdekopfgeigen.7.7.2015

 Wir besuchten die imposanteTempelanlage „Erdene Zuu“ und erfuhren, dass die buddistischen Mongolen wie die Tibeter die gelben Buddas verehren. Nur ein Tempel scheint in „Betrieb“ zu sein, denn nur dort konnten wir die rotgewandeten Mönche sehen. Wir umrundeten die grosse Schildkröte aus Stein, auf deren Grund die Jurte des Dschingis Khans gestanden haben soll. Vor der Tempelanlage waren drei schöne Adler zu sehen. Leider sind die Tiere angebunden und dienen als Fotoobjekte. Wir bezogen unser Nachtlager am Ufer eines Flusses. Am Abend überraschte uns eine professionelle Künstlergruppe. Ganz besonders gefiel uns der Klang der Pferdekopfgeigen, der Kehlkopfgesang der beiden Sänger und der Tanz einer  Tänzerin, welche  den Tanz eines übermütigen Pferdes immitierte. Die bergige Landschaft, der Bach, die weite Landschaft und die Musik verwoben zu einem grossen Ganzen. In diesen Momenten hatten wir das Gefühl, die Mongolei zu verstehen . 

Karakorum und der Ogiy Nuur See, Nadam Fest und eine Naturstrassenfahrt über den Pass. 8.7.2015

Es fing harmlos an, als wir morgens  das Nadam Fest besuchten. Nach dem Zieleinlauf der jungen Reiter auf ihren schweissüberströmten Pferden begannen die Ansprachen, Gesänge der Priester, Paraden und Tanzvorführungen. Die Menschen kamen in Trachten oder normaler Kleidung; viele zu Pferd, andere per Auto. Leider mussten wir weiter, bevor die Ringer und erwachsenen Reiter mit den Wettkämpfen begannen. Doch der Besuch hat sich gelohnt, denn dies gab einen Vorgeschmack auf das Nadam Fest in Ulan Bator. Die Strecke zum Ogiy Nuur See war zwar 55 km lang asphaltiert, doch dann gings 8 km lang auf einer rütteligen Naturstrasse lang und dann auf einen Pass mit einem steilen, ausgewaschenen, mit hochragenden spitzen Steinen gespickten, teils stufenartigen „Abstieg“ , von dem wir nie gedacht hätten, dass dies überhaupt mit einem normalen Fahrzeug befahren werden kann. Aber wir tatens. Und trotz der spitz aufragenden Steine blieben alle Reifen unserer Gruppe heil. Der Ogiy Nuu See bot uns...

Ulan Bator. Theater- und Nadamfest, Fahrzeugschaden,Trickdiebstahl. 9.-12.7.2015.

Die Leute in Ulan Bator, der 1.7 Mio-Stadt, fahren wie die Verrückten. Unser Reiseleiter hatte uns gewarnt. Und prompt streifte ein Kleintransporter das Fahrzeug eines Mitfahrers, riss die rechte Seite des Fahrzeugs auf, die Vorderscheibe ging auf der rechten Seite in die Brüche und der Rückspiegel brach ab. Zu schlechter Letzt beging er noch Fahrerflucht. Es war fraglich, ob so eine Weiterfahrt überhaupt noch möglich war. 2. Malheur: Ein Mitfahrerpaar war am zweiten Tag zu Fuss auf dem Weg zu einem Restaurant und überqueerte einen Fussgängerübergang. Während dieser Überqueerung entwendete ein Trickdieb unbemerkt den in die geschlossene Hosenseitetasche gesteckten Geldbeutel mit Kreditkarten, Geld und Führerschein. Beide Vorfälle zogen einen zeit- und nervenaufreibenden Prozess nach sich. Es gibt hier viele Cashmereläden und eine -fabrik mit Ladenverkauf. Leider sind die Preiseim Vergleich zum letzten Jahr ums Doppelte gestiegen, so dass wir von einem Kauf absahen. Abends gab es...

Tsonjin Boldog. Dschingis Khan-Statue und Turtle Rock. 13.7.2015.

Nachdem wir dem hektischen Ulan Bator den Rücken gekehrt hatten, machten wir unterwegs  Halt vor der gigantischen, silber funkelnden  Reiterstatue von Dschingis Khan, die schon von weit her sichtbar ist. Dort steigen wir in den Kopf des Pferdes hoch und geniessen die weite Aussicht . Im UG des Gebäudes zeigt eine Schautafel die Grösse des damaligen Imperiums und beeindruckende kleine, aber exakt gearbeitete Figuren aus Bronze, die noch aus der Broncezeit stammen, also rund 1.500 Jahre vor Christus. Wir erreichten den Terelj Naturschutzpark, entrichteten 3000 Tugriks pro Person (15 SFR) und fuhren zu einem malerischen Flusstal, wo wir einen tollen Platz am Wasser ergatterten. Hier hatte ich erstmals Muse, den einheimischen Jaks beim Grasen zuzusehen. Die Freude währte allerdings nur kurz, da für die Nacht Gewitter vorhergesagt waren und wir bei starken Regenfällen auf unserem Platz eingeschlossen worden wären. Also gabs ein Notmeeting, auf dem wir beschlossen, auf einen...

Terelj, 2 Nächte in der Halbwüste Gobi. Achate gesammelt. 14.-15.7.2015

Leise Wehmut stellt sich ein, denn die letzten beiden Tage in der Mongolei stehen uns bevor. Schön, dass dies in in der Halbwüste Gobi geschieht, denn sie bezaubert durch die Karkheit ihrer Wüstensteppe. Die Gobi  erstreckt sich von Weste nach Osten über eine Länge von 2000 km und von Süden nach Norden 800 km weit. Auf dem höchsten Punkt, den wir befuhren, zeigte der Höhenmesser rd. 1‘750 m an. Es ist unwirklich, durch die Gobi zu fahren, das Licht ist speziell. Die Gobi hat nur wenige Sanddünen. Grösstenteils ist sie recht flach, schliesslich war sie in Urzeiten vom Meer bedeckt. Während der Fahrt will uns das GPS immer wieder zurückschicken, da es nichts von der Strasse weiss, die wir befahren. Doch unser Kompass zeigt, dass wir in die richtige Richtung fahren. Zudem sehen wir immer wieder die Geleise der transmongolischen Eisenbahn, welche nach Peking führt. Diese ist übrigens die Fortsetzung der transsibirischen Eisenbahn. Am Abend sammeln wir viele Achate vom Boden auf. Die...