Seidenstrasse Teil III

C H I N A, Erenhot, Nordchina. 2 aufwendige Grenzübergangstage und ein Feuertopf. 16.-17.7.2015

Viel Aufregung beim Grenzübergang. Zuerst lief alles zügig. Als jedoch unsere Motornummern überprüft wurden, gabs Probleme. Wir durften zwar die Grenzstation verlassen, sassen jedoch  auf dem etwas ungemütlichen und lauten Hinterhof des Hotels fest. Am nächsten Tag gingen die Kontrollen auf dem Hof weiter. Erst am Nachmittag des 17.7. erfuhren wir, dass wir wie geplant am nächsten Tag weiter dürfen. Erleichterung bei Allen! Abends gingen wir jeweils essen, was sehr lustig war, denn wir mussten z.B. Kühe und Hühner immitieren, damit das Personal (schmunzelnd) verstand, was wir wollten. Der Feuertopf , aus einer kochenden Boillon, viel Gemüse und mehreren Sorten Fleisch schmeckte fantastisch. 

Vor Xillinghot, Innere Mongolei. Wüste Gobi. 18.7.2015

Erleichtert verlassen wir den ungemütlichen, stinkenden und lauten Hinterhof des Hotels Haifeng und fahren durch die Gobi, welche ja bis nach China reicht. Schnell ändert sich deren Gesicht. Das Land, welches anfangs noch trocken aussieht, wird grüner und hügeliger. Ein kräftier Regel wäscht viel Staub vom Wohnmobil. Unterwegs sehen wir einheimische Achatsteinesammler, wie mir eine Einheimische bestätigt. Später bereue ich, nicht mit den freundlichen Leuten Steine gesucht zu haben, denn hier waren die Steine viel schöner als auf unserem letzten Platz.

CHINA. Chifeng, Innere Mongolei. 19.7.201

Der Wecker schrillte um 5 h, denn 415 km abenteuerlicher Strasse lag vor uns. Wir nahmen die Landrasse, da man von ihr aus viel mehr von den Menschen und dem Land mitbekommt. Eine imposante, sich im Bau befindliche Eisenbahnlinie begleitete uns. Die Gebäude sind sehr unterschiedlich, da es hier nicht nur Mongolen und Chinesen gibt, sondern noch viele andere Stämme. An Gebäuden fallen uns vor allem Jurten und Lehmhäuser, sog. Adobehäuser auf, aber auch viele gemauerte Häuser gibt es. Da unsere GPS-Geräte heute unzuverlässig ist, fahren wir 4 Schweizer Fahrzeuge zusammen. Unterwegs fallen uns die vielen Kameras auf, von denen wir geblitzt werden. Unser chinesischer Gide meint, dies sei wegen der Verbrecher und gefälschter Kennzeichen nötig. Nach rd. 250 km beginnt eine üppige feuchte Landschaft, in der viel Mais, Sonnenblumen un Sojapflanzen stehen. Zudem sind seit langem wieder Bäume zu sehen, welche in der Mongolei selten waren. Das Land ist wieder mehr bevölkert. Leere Landstriche...

Chengde, sehr chinesisch. 20.-21.7.2015

Auch heute ist die Strecke sehr interessant. In einem Dorf mischen wir uns unter das bunte Markttreiben. Es gibt hier Stände mit geräucherten, sehr begehrten Hühnerfüssen, unter den viele Gemüsearten riesige Auberginen, süsse Aprikosen und riesige, gut schmeckende Trauben. An Gebäckständen wird allerlei unabgepacktes, undefinierbares angeboten. Die Häuser sind teils aus Lehm, müssen jedoch zusehens gemauerten Platz machen. Nach einer schönen Fahrt entlang von Flüssen, einem See und über sanft geschwungene Berge, gelangen wir an den Aussenrand von Chengde. Unser Nachtplatz liegt hinter einem noblen Hotel. Ein des Deutschen mächtiger Chinese bestätigt, dass alte Häuser in Massen abgerissen und Wohnblöcken weichen müssen, dass die Menschen früher gerne in solche Hochhäuser gezogen sind, jedoch jetzt der Trend gekehrt hätte und sie wieder in Einfamilienhäusern mit Garten drum rum wohnen möchten; in spätestens 10 Jahren sei sicher nichts mehr vom alten China mit seinen Natursträsschen,...

Shanhaiguan am Gelben Meer, östlichster Punkt unserer Tour. 22.-23.7.2015

An unseren Augen kanns nicht gelegen haben, dass wir die gelbe Farbe dieses Meers nicht entdecken konnten. Allerdings stachen uns die Industrieanlagen unweit von unserem Platzes ins Auge, was uns davon abhielt, uns wie die anderen ins warme Meer zu stürzen. Dafür gefiel uns das feine BBQ mit den diversen Spiesschen unter dem gut durchlüfteten Dach umso besser, denn bei den WOMO’s wars definitiv zu heiss. Dies ist der östlichste Punkt unserer Tour. Nun geht es in langen Schritten wieder Europa zu.

Peking. Ein Feuerwerk von Eindrücken. 24. - 27.7.2015.

An die 20 Angestellte des Hotels standen bereit, als wir per Konvoi und in Tshirts des Hotels einfuhren. Ächz, war das schwül und heiss hier!  Und gerade jetzt, wo wir hier so viel vorhatten! Trotzdem, der Besuch der Kurzfassung einer Pekingoper, die Besichtigung des Himmelstempels, der zur Kaiserzeit nur für den Kaiser zugänglich war, und auch die Besichtigung des Tien AmenPlatzes bzw. Platz des Himmlischen Friedens waren die Strapazen wert. In der Verbotenen Stadt hätte man gemäss unserem Dolmetscher Spiegeleier auf den Plätzen braten können. Dafür wars in der Seidenspinnerei, wo wir sehen konnten, welches Wunderwerk die Seidenraupen vollbringen, angenehm kühl. Faszinierend war auch der Fischmarkt, wo wir z.B. Riesenhummer sahen. Während ich mir gegen Schluss eine Auszeit gönnte, sah sich Marcel noch eine Akrobatikshow an, von der er hellauf begeistert war. Aber jetzt habe ich doch vorgegriffen. Denn wir wohnten die vier Tage im klimatisierten Hotel und unsere WOMO’s wurden...

Zhengding, Pingyao. Smog und Hitze im Kohlenpott Chinas. 28.-30.7.2015.

Wir durchquerten die Provinz Shanxi gemeinsam mit vielen stinkenden LKW’s. Wäre nicht all der Nebel und feuchte Hitze, könnten wir uns viel mehr an den durch den Kohleabbau gegrabenen Tälern erfreuen. Der Provinz geht es dank seiner Kohle-, Erz- und Kohlevorkommen jedoch wirtschaftlich sehr gut. Zhengding wird uns als der Ort in Erinnerung bleiben, wo wir des nachts schwitzten, was das Zeug hielt, denn die schwüle Hitze blieb die ganze Zeit.  Pingyao wäre an sich wunderschön mit seiner historisch gewachsenen Altstadt, welche bis in die Altsteinzeit zurückreicht. Es besitzt noch heute die längste vollständig erhaltene mingzeitliche Stadtmauer Chinas und eine Vielzahl historischer Hofhäuser. Leider ist die Altstadt mit Touristen überfüllt und die Geschäfte sind völlig überteuert.

Luoyang. Fantastische Buddhagrotten, Shaoling-Kloster mit berühmtem Kungfukomplex und ein Mitfahrer im Krankenhaus. 31.7.-1.8.2015.

Wir verlassen die Provinz Shanxi und gelangen in die Provinz Henan, welche tiefe und irreal wirkende Schluchten aufweist, die durch den Gelben Fluss geformt sind. Es ist fruchtbares Land. Fast jedes Stück Land ist landwirtschaftlich genutzt. Leider gelingen auch hier nur Nebelfotos. Wegen der feuchten Hitze sind wir angehalten, auf unsere Gesundheit zu achten. Trotz der Hitze absolvieren wir ein Megaprogramm. Die Longmen-Grotten, welche unweit unseres Nachtplatzes liegen, sind wunderschön mit ihren winzigen bis riesigen Buddhas. Regengüsse haben die Kalksteingebilde allerdings teilweise ausgewaschen. Die Grotten stellen die wichtigste buddhistische Kultstätte Chinas dar. Nach kurzer Rast fuhren wir mit Taxis zu dem bedeutenden Shaolin-Kloster, einem riesigen Komplex. Viele Gläubige pilgern hierher, aber auch Manche, die sich Glück oder Beistand erflehen . In einem separaten Teil der Klosteranlage fanden wir zu einem Kungfu-Übungsplatz, wo gerade geübt wurde. Unsere chinesische...

Xian. Terrakotta-Armee, Wildgans-Pagode, Tai Chi und unser erkrankter Mitfahrer ist wieder bei uns. 2.-4.8.2015

Unterwegs tauchten riesige Lotusfelder unweit der Strasse auf. Nachdem die Pflanzen verblüht sind, entstehen grosse Fruchtkörper, welche für den Markt bestimmt sind. Sie werden im Teigmantel fritiert und sind sehr beliebt. Aber auf die Horrorfahrt nach Xian hätten wir gerne verzichtet. Denn wir mussten drei Mal die Strasse verlassen, zuerst, weil die Autobahn nur für PW’s geöffnet war, zweimal durften wir wegen der Höhenbeschränkung nicht durch. Endlich als eine der Letzten vor dem Hotel angekommen, erwartete uns eine bunte Gruppe mit Instrumenten als Willkommensgruss. Der Besuch einer Jade-Kunstwerkstatt hinterliess einen schalen Geschmack. Die Produkte sind zwar schön, jedoch völlig überteuert. Überhaupt ist in den letzten Tagen bei einigen von uns der Eindruck entstanden, dass die Touristen abgezockt werden. Auf dem Gelände der Kleinen Wildganspagode sahen wir einige Tai Chi Könnerinnen und Chinesinnen beim angeleiteten Tanzen. Sie tanzten ganz unbeschwert und frei von Hemmungen...

Xian 2. Teil

.. Das Highlight aber war der Besuch der weltberühmten Terrakotta-Armee. Hier einige Fakten: -Sie liegt 1.5 km östlich des Mausoleums des Kaisers Qin Shihuang, des 1. Chinesischen Kaisers. -Bauern schachteten 1974 einen Brunnen aus und fanden anstelle des ersehnten Wassers Terrakottaschernen und Pfeilspitzen. -Das Museum wurde 1979 zum 30. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China eröffnet. -Kaiser Quin Shihuang eroberte 236 – 221 v. Chr. 6 Feudalstaaten und erschuf damit den einen riesigen einheitlichen Staat. Zu dessen Schutz liess er  u.a., und vor allem gegen die nördlichen Nomaden (Mongolen), die grosse Mauer errichten. -Die Arbeiter bestanden aus Gefängnisinsassen und Zwangsarbeitern. Sie erschufen die Grosse Mauer, das Mausoleum von Quin Shihuang, den Palastbau.  und betrugen 10% der gesamten Bevölkerung (20 Mio.). Die Frustration der Bevölkerung führte nach seinem Tode zu einem Bauernaufstand und zur Absetzung  seines Sohnes und  damit zum...

Pingliang, Yangzhuang. Kaputte Lichtmaschine, Höhe 2‘400 m und jede Menge wilde Edelweiss 5.-6.8.2015

5.8.2015. Fahrt durch abwechslungsreiche, hügelige und Gegend. Leider wachsen wie an vielen anderen Orten die Hochhäuser in den – hier fast smogfreien - Himmel und die traditionellen Häuser verschwinden. Glück im Pech hatte unser Mitfahrer Andi. Seine Elektronik versagte den Dienst. Er schaffte es jedoch mit Hilfe anderer Mitfahrer bis zum Stellplatz. Dort stellten unsere elektronik- und motorkundigen Mitfahrer fest, dass die Lichtmaschine kaputt ist. Diese wird in einem Monat erwartet. Die Mitfahrer wollen Andi das Problem zu überbrücken helfen, indem sie ihm täglich ihre aufgeladene Batterie gegen seine leere austauschen. Zudem fahren die Drei solange im Konvoi. 6.8.2015. Die Fahrt war abenteuerlich. Ganze 11 Stunden waren wir unterwegs, unterbrochen von ½ Stunde Pause. Vielfach verliess uns das Navi, es wusste nichts von den neuen Strassen. Zudem gab es Höhenbeschränkungen und wir mussten andere Wege suchen. Doch die S 209 schenkte uns ein echtes Highlight:  wir konnten die...

Xiahe. Chaosstart. Beeindruckende Tibeter. Kloster Labrang. 3‘990 m Höhe und Halbzeit unserer Reise. 7.8.2015

Chaos bei Beginn. Fuhren in schönster Gebirgslandschaft, aber in Bau befindlicher Strasse. Ein unglaubliches Gewimmel bereits morgens um 7.30 Uhr. Schwer beladene Lastwagen, Baufahrzeuge, Klein- und Grossbusse, Menschen auf 2 oder 3 Rädern, Tuk Tuks, weidende Tiere an den Strassenrändern, Stände am Strassenrand usw. Ein ständiges Hubkonzert, jede Menge Staub, unvermutet tiefe Löcher auf der Strasse. Alles drängelt, überholt von rechts und links. Wir versuchen, es genauso zu machen und passen uns an. Die neuen Strassen bringen viel Fortschritt in die Dörfer. Leider werden sie ohne Rücksicht zu Lasten der Anrainer breiter und vor allem höher gebaut. Die Grundstücke liegen jetzt oft unterhalb der Strasse. Daher wird eine Art gebogene Brücke von den Grundstücken zur Strasse verlegt. Teilweise wurden Häuser abgerissen und Vorgärten verkleinert. Wegen der Hitze sind oft Stofftücher vor die Türen gehängt, durch die der enorme Staub dringt. Wir sind hier ja nur durchgefahren, aber ich kann...

Bei Xunhua. Zwergyaks, Adobehäuser und Pässefahrten. 8.8.2015.

Zwei wunderschöne Pässefahrten liegen hinter uns. Die höchste Stelle lag bei 2800. Erstmals sahen wir Massen von weidenden Zwergyaks. Grosse Yaks gibt es hier nicht so oft, und vor allem in Tibet und Nepal. Uns fielen drei Bevölkerungsgruppen besonders auf, die tibetischen, chinesischen und die muslimischen. Alle sind leicht an ihrer Kleidung und Gesichtszügen erkennbar. In den Dörfern werden viele Adobehäuser (aus Lehm) welche renoviert bzw. neu gebaut werden. Teils werden Ziegelsteine eingebaut. Der Lehmgrundstoff kann vor Ort abgebaut werden.  Unser Nachtlager stand im Hinterhof einer TÜV-Stelle. Höhe 2600 m.

Huangzhong und tibetisch buddhistisches Lamakloster Kum Bum. Gasmangel. 9.8.2015

Das Lamakloster Kum Bum wimmelte zwar von Touristen und Tibetern, trotzdem war es einen Besuch wert. Es ist sehr alt und stammt aus der Ming-Dynastie. Es gilt als eines der 6 grossen Klöster des tibetischen Buddhismus. Sein Name bedeutet „Kloster der Hunterttausend Bilder des Buddha“. Viele Pilger waren an ihrer tibetischen Kleidung zu erkennen. Einige wenige zelebierten das bekannte Aufsteh-Hinwerfritual. Man muss schon sehr gläubig sein, um sich diese Selbstkasteiung anzutun. Eine junge Frau war schon so geschwächt, dass sie schwankte. Es dürfte sich lohnen, im Internet nach Infos über das Kloster und seine Bewohner zu stöbern. Für den Rest unserer Chinareise dürfte es schwierig werden, Gas nachfüllen zu lassen. Unsere Reiseleitung hat uns deshalb einen besonderen Service aufgetan: Ein Gaslieferant kam direkt zu uns zum Stellplatz. Wir selbst sind froh, dass wir nur zum Kochen Gas brauchen. Dann genügt eine 11 L-Flasche ewig. 

Qinghai See. Hochland bei Qilian. Pilgermassen, Fahrzeug unseres Reiseleiters kaputt +unsere Heizung versagt. Ca. 3‘200 m üNN. 10.8.2015

Unterwegs wandern viele buddhistische Pilger und Mönche auf dem Pilgerweg um den Qinghai See. Er ist für die Tibeter ein heiliger Ort. Anfangs wunderten wir uns über den vielen Raps um den See, bis uns aufging, dass die Chinesen sich darin fotografieren lassen.  Die Chinesen versuchen sich auch hier im Ferienmachen, das es im alten China nicht gab. Das Suchen nach den richtigen Strassen ähnelte trotz Routbuch und GPS einem Rätselspiel. Der Grund: In China wird so viel gebaut und geändert, dass bereits nach einem Jahr sämtliche Atlanten veraltet sind. Doch schliesslich kamen wir am Treffpunkt an. Die versprochene letzten GPS-Angaben jedoch leider nicht, denn diesmal hatte der Schadenteufel das Fahrzeug unseres Reiseleiters unterwegs erwischt und sein Turbolader streikte. Ein Weiterkommen war nicht mehr möglich. Unser chinesischer Helfer hatte aber schnell einen valablen Nachtplatz gefunden und wir bezogen diesen noch vor dem Einnachten. Zwei Fahrzeuge mussten allerdings eine...

Nähe Minle. Jetzt definitiv auf der legendären Seidenstrasse. Reiseleiter wieder da! 12-13.8.2015.

Das Fahrzeug unseres Reiseleiters Artem ist wieder soweit zusammengeschustert, dass es bis zur Rückkehr in Deutschland durchhalten sollte. Wir sind alle froh, dass wir wieder komplett sind! Am 13.8. machen wir einen Ausflug nach Zhangye, wo wir eine Tempelanlage besuchten, in der die grösste liegende Holzbuddhastatue liegt, die es gibt. Das Gesicht des Buddhas wirkt sehr „lebendig“. Vermutlich sind seine Augen aus Glas. Ab jetzt geht es stetig bergab. Bald werden wir die Taklamakan-Wüste durchqueeren. Dies bedeutet, dass wir das angenehme Gebirgsklima verlassen und mit trockenheissem Steppen und Wüstenklima rechnen müssen. 

Jiyaguan - Dunhuang. Westlichste Grosse Mauer, Mauerfort und Felslandschaft Danxia (Nähe Zhangye). 14.-16.8.2015.

Der Besuch der Felslandschaft Danxia hat sich definitiv gelohnt. Die Landschaft aus (vermutlich) Löss, weist oftmals runde sowie bizarre Formen auf. Seine Farben gehen vom gelblichen ins rötliche bis ins bläuliche, die man in Europa meines Wissens so nicht kennt. Wir haben gelesen, dass hier einmal ein Meer gewesen sein soll. Am Nachmittag standen wir direkt an der Grossen Mauer in Jiyaguan. Sie stammt aus der Mingdynastie und ist über 600 Jahre alt. Dieser  Mauerabschnitt ist der westlichste, welcher China gegen Eindringliche schützte. Wir gingen gegen Abend, als es weniger heiss war, bis zum obersten Turm hoch. Am 15.8. besuchten wir das beeindruckende Mauerfort, wo einst bis zu 30‘000 Soldaten Dienst taten. Am 16.8. fuhren wir mit dem Reisebus zu den Magao-Grotten. Es handelt sich um ca. 1‘500 Jahre alte buddhistische Grotten, die wunderschöne Fresken und  aus Stein gehauene Figuren enthalten. Erstaunlicherweise sind viele Malereien und Farben nach dieser langen Zeit...

Hami, Turfan, Uigurien/Xinjiang. Zwischen der Halbwüste Gobi und der Wüste Taklamakan. Wasserkanäle, Höhe unter Null und sehr heiss. 17.-19.8.2015

Man kann die Uiguren leicht von den Han-Chinesen unterscheiden, denn erstere haben spitze Nasen und andere Gesichtszüge. Ca. 1/3 der Bevölkerung sind Uiguren, ca. 2/3 Han Chinesen, Glaube hauptsächlich islamisch. Während der Fahrt tauchen rechts von uns die Ausläufer des Tien Shan-Gebirges auf. Wir machen einen Abstecher zu einem Lehmhäuserdorf bei Tuyugou, in dem gute getrocknete Weintrauben verkauft werden und bewundern die roten „Flammenberge“. Am Ziel in Turfan/Turpan angekommen, beziehen wir wegen der grossen Hitze ein Hotelzimmer mit Klimaanlage. Unser Höhenmesser zeigte unterwegs  bis zu 84 m unter Null Höhe an. Es gibt hier jedoch sogar eine Region mit ca. 155 m unter Null. Die Turfansenke konkurriert mit dem Toten Meer und Death-Valley  um die niedrigsten Stellen der Welt. Es kann hier bi zu 50°C heiss werden. Am nächsten Tag besuchten wir per Bus die aufwändig angelegten unterirdischen Wasserkanäle in Turfan, der einstigen Oasenstadt, und sehen die kastenartigen,...

Taklamakan: Wüste ohne Wiederkehr, Bosten-See und die Tomatenbomber. 20.8.2015.

Seit gestern durchfahren wir das heisse Tarimbecken und die Taklamakan-Wüste. Taklamakan bedeutet: Wüste ohne Wiederkehr. Gottseidank nicht für uns! Die Taklamakan verändert laufend ihr Gesicht. Teils sieht man grobe Steinflächen, teils verkrustete salzwüstenartige Flächen, dann wieder ganz unterschiedlich gestaltete meist runde Sanddünen und sehr feinem Sand. Auch hier leben Menschen in Strassendörfern.  In der Nähe des Bosten-Sees, sehen wir in einer kleinen Stadt viele mit Tomaten überladene Laster vor einer Fabrik auf ihre Abfertigung warten. Ein Mitfahrer, welcher einem plötzlich querenden Fahrzeug ausweichen musste, geriet bis zur Achse in ein schlammiges stinkendes Loch. Die Menschen halfen ihm aber sofort und unterlegten Steine. Da er ein Kampfmobil mit Allrad fährt, war er dann schnell wieder aus dem Loch heraus.

Taklamakan Mitte. TaZhung, Minfeng, weihnachtliche Dekoration, sanfte Dünen und ... 21.-22.8.2015.

Wir erreichen das südliche Uigurien, den urtümlichsten Teil des Gebietes. Wir lesen, dass diese spektakuläre Dünenlandschaft ursprünglich von Flüssen angeschwemmt und von Gletschern geformtem Material besteht. Am von Norden nach Süden verlaufende Tarim Desert Highway und der G315 sind oft in mehreren Reihen Tamariskensträucher angepflanzt, welche des Sand von der Strasse fernhalten sollen. Auf dem Boden verlegte Wasserschläuche befeuchten die Pflanzen. Alle 5 km stehen blaue Pumpenhäuschen. Die darin lebenden Paare pumpen bei Bedarf für ein kleines Entgelt leicht nach Salz schmeckendes Wasser von der Tiefe herauf. In der Taklamakan wird Erdöl gefördert, daher dieser Aufwand. Unsere Übernachtungsplätze liegen an einer stillgelegten Tankstelle mitten in der Wüste und in Mingfeng auf dem Parklplatz von MingYa Appartementhous. Letzteres war derart mit blinkenden Eiszapfen, bunten Kugeln usw. geschmückt, die amerikanischen Touristen sicherlich die weihnachtlichsten Gefühle beschert...

Taklamakan Süd, Hotan. Meinungsverschiedenheiten und weit entfernt der Himalaya. 23.8.2015

Während der Weiterfahrt nehmen die Seitenwinde stetig zu und verfrachten immer mehr Sand. Winde reissen Sandfäden über die Strasse. Obwohl wir soweit als möglich das Wohnmobil dicht gemacht haben, gelangt Sandstaub ins Innere und überzieht alle Oberflächen. Rund 80 km vor Hotan haben wir einen veritablen Sandsturm. Böen schütteln unser Fahrzeug. Doch immerhin können wir – zwar verlangsamt – weiterfahren. Unser ursprüngliches Ziel bei Hotan wäre aber dem Sturm zu sehr ausgesetzt gewesen, so dass unser Reiseleiter mit seinem Team fieberhaft nach einen geschützteren Übernachtungsplatz suchten. Während ihre Suche andauerte, warteten wir alle zusammen, bis die neuen GPS-Koordinaten auf den Handys eintrafen. Das Team hatte es fertiggebracht. Wir durften auf dem Parkplatz des Hotan Guesthouses stehen, wo wir recht gut geschützt waren. Der Sandsturm nahm des nachts wieder zu. Umso froher waren wir, hier geschützt zu stehen. Wohl zum Bedauern der Mehrheit, hatten einige in unserer Gruppe...

Kaschgar. Letzte Stadt Chinas, Zentrum des uigurischen Lebens und wichtiger Knotenpunkt der Seidenstrasse. 24.-26.8.2015

Abfahrt um 7.30 Uhr, denn wir hatten 530 km Strasse zu bewältigen und mit Überraschungen war immer zu rechnen. Kaschgar ist schon ganz und gar orientalisch und hat keine Ähnlichkeit mehr mit dem anderen China. Die meisten Frauen und Männer kleiden sich orientalisch, die Kinder sind eher westlich angezogen. Viele Frauen tragen Highheels. Ich mit meinen bequemen Sandalen komme mir da manchmal ..na ja.. vor. Die hinten offenen Hosen der ganz Kleinen sieht man auch hier. Motor- und Elektroroller sind ganz gross in Mode. Überall sind zum Gehsteig hin offene Läden oder kleine Stände, an denen Fleisch gegrillt oder gekocht und frische Fladenbrote gebacken und verkauft werden. Das Meiste geschieht Draussen, wie z.B. Zweiradreparaturen. Die Polizeipräsenz ist in Kaschgar sehr hoch. Meist stehen mehrere Polizisten zusammen. Heute wurden sogar die Schachtdeckel auf unserem  Parklatz geöffnet und kontrolliert. Trotz aller Symphatie zum uigurischen Volk, welches turkstämmig ist und nicht zu...