Seidenstrasse Teil VI, Armenien-Georgien

Adeu IRAN, Welcome in ARMENIEN und dem KAUKASUS. 18.10.2015

Am Grenzübergang bei Norduz (Nähe Meghri) verliessen wir den Iran nach dem Durchlaufen der Grenzformalitäten. Wichtig war für uns, den Stempel im Carnet des Passages zu erhalten, damit wir das Geld für die Bürgschaft vom TCS wieder zurück erhalten. Dieser Vorgang hat sich zwar etwas in die Länge gezogen, klappte aber schlussendlich. Kaum hatte sich die Sperre nach Armenien geöffnet, flog auch schon das Kopftuch vom Kopf und die Bluse mit langen Ärmeln in die Schmutzwäsche. Auf armenischer Seite kontrollierte ein russischer Grenzposten unsere Dokumente und Fahrzeuge. Eine relativ strenge Kontrolle! Nach der Grenze mussten wir noch eine niedrige KFZ-Haftpflicht-Versicherung abgeschliessen für umgerechnet ca. 10 Euro. Während Marcel damit beschäftigt war, hütete ich das Fahrzeug. Ein Mann wollte währenddessen das Fahrzeuginnere ansehen, was ich ablehnte, waren wir doch vor dubiosen Betrügern an den Grenzen gewarnt worden. Unser ruhigerÜbernachtungsplatz lag nur wenige km nach der...

Tatev. Altes Wehrkloster und spektakuläre Seilbahn. 19.10.2015

Erst das Telefongespräch mit unserem Reiseleiter brachte den Parkplatzwächter dazu, uns auf dem völlig leeren Parkplatz übernachten zu lassen. Am nächsten Morgen gings mit der 5‘750 m langen Seilbahn „Wings of Tatev“ über zwei Schluchten zum auf dem Berg gelegenen, 895 gegründeten armenisch-apostolischen Kloster, welches eines der bedeutendsten Kloster und Bildungsstätten seiner Zeit war. Heutzutage lebt nur noch ein Mann auf dem Klostergelände. Das Kloster war ein Wehrkloster. Es wurde also bei Angriffen verteidigt.

Sternwarte bei Zorats Karer und Kloster Noravank. 20.10.2015

Bis dato ist nicht zweifelsfrei geklärt, ob sich bei den grossen verwitterten meist aufrecht stehenden Steinen um eine frühere Sternwarte handelt. Viele Steine weisen ein Loch auf, welches meist zum Himmel gerichtet ist. Bei einer Dreiergruppe wird davon ausgegangen, dass sie zusammen eine Messung ermöglichten. Ein Wissenschaftler namens Paris M. Herouni hat über die Sternwarte ein Buch geschrieben mit dem Titel „Armenians and old Armenia“ Am späten Nachmittag spulten wir uns durch ein enges Felsental und dann hoch zum Kloster Noravank, auf dessen Parkplatz wir übernachteten. Das Kloster wirkt trotz seiner Kleinheit trutzig. Es wurde, wie viele armenische Klöster,aus Basalt gebaut. Grosse Teile sind sogar aus dem Fels gehauen worden.

Erevan. Felsenkloster und Cognac-Probe. 21.-23.10.2015

21.10. Das Kloster Khor Virap liegt unmittelbar an der türkischen Grenze. Die Kirche ist eine Kreuzkuppelkirche. Vom Klostergelände aus kann man die türkische Grenze und die Wachtürme gut sehen. Sie ist nur wenige 100 Meter entfernt. 22.10. Der Besuch des Genozidmuseums, welches den türkischen Völkermord an den Armeniern im 20. Jh zum Thema hat, erschütterte uns alle. Vielleicht umso mehr, weil wir so wenig darüber wussten und er sehr an die Judenvernichtung im 2 Weltkrieg erinnert. Im Stadtzentrum war die Stadue der „Mutter Armeniens“ zu sehen. 23.10. Im Laufe des Morgens fuhren wir den SonnentempelGarni, der im griechisch-römischen Stil erbaut wurde. Am Nachmittag besuchten wir die berühmte Ararat-Fabrik und kosteten 2, bzw. 3 sehr gute Cognacs verschiedener Jahrgänge.  Zuvor wurde uns die Fabrikation und Lagerung des Cognacs beschrieben. Lustig, dass ein 10-jähriger Cognac den Namen Churchill trägt und von diesem auch sehr geschätzt wurde.

Sevan See, windiger Sonnentag und Besichtigung des Klosters Sewanawank. 24.10.2015

Entgegen den Erwartungen zeigte sich der Sevan See, welcher mit seinen 87 km Länge und 56 km Breite der grösste Süsswassersee Armeniens und des Kaukasus ist, von seiner windigen aber auch sonnigen Seite. Er liegt 1‘894 m hoch. Leider sank er seit 1936 um 22 Meter. Gebadet hat aber keiner von uns in ihm, soll seine Temperatur derzeit noch 15° C betragen. Am Nachmittag stiegen wir zum Kloster Sewanawank hoch, welches auf einem Hügel liegt. Heutzutage sind dort oben noch zwei Kirchen gut erhalten. In der einen fanden nacheinander 3 verschiedene Hochzeiten statt. Imposant sind auch die vielen Kreuzsteine. Diese sind erhalten, weil sie in schwierigen Zeiten unter dem Dach im Mörtel versteckt wurden. Sie wurden bei Dachreparaturen wiederentdeckt.

Haghpat. Ein letztes imposantes Kloster in Armenien. 25.10.2015

Das Kloster Haghpat stammt aus dem 10. Jh. und liegt auf einem Hügel. Seine Satteldächer erinnern an Wachtürme und Bunker, kein Wunder, denn es hatte auch die Funktion eines Wehrkosters. Interessant ist seine grosse Vorhalle, welche Gawit genannt wird. In der Kirche werden noch immer Gottesdienste abgehalten. Viele Gläubige haben dort gebetet, als ich einen Rundgang machte. Armenien hat einen ganz speziellen Eindruck bei uns hinterlassen. Besonders die Klöster haben uns beeindruckt. Es war nicht die Grösse, sondern ihre Trutzigkeit und Kompaktheit der meist aus Basalt gebauten Gebäude. Dann das Schicksal des Volkes, die Vertreibung usw., welches ein tiefes Trauma bei den Armeniern bewirkte und uns an die Judenvertreibung erinnert.

GEORGIEN. Tiflis bei Tag und Nacht im Regen. 26.-27.10.2015

Kaum hatten wir Tiflis erreicht, machten wir uns trotz Regen per Taxi auf zur Altstadt. Diese Stadt hat einen gepflegten, romantischen und europäischen Touch, der uns erstaunte. Viele Häuser sind mit Holzschnitzereien und Holzbalkonen verziert und erinnern an die New Orleans. Das Niveau der Geschäfte und Restaurants ist hoch, die Preise im besten Restaurant der Stadt verblüffend niedrig. Am zweiten Abend sind wir nebst Stadtbesichtigung mit der Seilbahn auf den Hügel über der Stadt gefahren und haben bei Regenunterbruch die Aussicht auf Tiflis genossen. Abends wurden diverse georgische Weine degustiert, welche uns gut mundeten. Danach folgte nach einer tollen Gesangseinlage ein wunderbares georgisches Abendessen, spendiert von Seabridge. Das Ragout mit einer sämigen Sauce schmeckte uns ganz besonders.

Vardzia, ein vielstöckiges Höhlenkoster und Fluchtort. 28.10.2015

Von unserem Parkplatz aus mussten wir den Kopf recht in den Nacken legen, um bis zur obersten Etage des Höhlenklosters Vardzia hochzusehen. Nachdem auch die letzten unserer Gruppe eingetroffen waren, zogen wir los, um das Kloster anzusehen. Es ist natürlich längst nicht mehr im ursprünglichen Zustand, da ein Erdbeben Abbrüche verursacht hat. 800 Mönche sollen einst hier gelebt haben. Heute lebt nur noch ein einziger hier. Mehr als 10‘000 Menschen diente die Anlage in kriegerischen Zeiten als Zufluchtsort. In der gut erhaltenen Kirche sind noch originale Fresken an den Wänden zu sehen. Ein Ortskundiger führte uns durch enge Gänge, die von oben verteidigt werden konnten, so dass dem Feind das weitere Eindringen verwehrt war. Noch heute kann man einstige Bäckereien erkennen. Die Zellen verfügten über in den Boden gehauene Vertiefungen, die als Backofen (oder Ofen?) dienten. Auch über die miteinander verbundenen Aussenbalkone konnte man sich fortbewegen. Die einstige Apotheke ist anhand...

Batumi, schöne Stadt am Schwarzen Meer. 29.-30.10.2015

Der Botanische Garten der Stadt Batumi diente als Stellplatz für unsere Wohnmobile und liegt direkt am Schwarzen Meer. Die Altstadt Batumi ist wunderschön hergerichtet und versprüht viel Charme. Wir schlenderten durch die heimeligen Gassen und bewunderten u.a. ansprechende Ölgemälde, originelle Hüte (meine Leidenschaft) und hielten uns zurück bei süssen Naschereien. Am Kai zeigte sich Batumi von der pompösen Seite. Das Riesenrad und andere Bauwerke sind zwar noch nicht fertiggestellt, aber sie beeindrucken ob ihrer Schönheit und Grösse. Im speziellen hatten es uns zwei Metallskulpturen angetan. Sie verfügen über eine Mechanik, welche sie auseinander triften lässt und wieder so zusammenschmelzen lässt, dass sie letztlich eine Person bilden. Dann fängt das Ganze wieder von vorne an. Am Abend des 30.10. bot uns Seabridge noch ein Feuerwerk mit Gesang und georgischem Essen als Abschluss der Gruppenreise, welches kaum überboten werden kann.

Es geht heimwärts über die TUERKE. 31.10.-4.11.2015

Die Gruppenreise ist beendet. Ab heute, 31.10. sind wir wieder zu zweit unterwegs. Da sich das Wetter bereits einige Male von der kalten Seite gezeigt hat, unsere Heizung ausgestiegen ist und damit auch kein Duschen mit warmem Wasser mehr im Wohnmobil möglich ist, wollen wir nun zügig Richtung Heimat fahren. Zwar verfügen wir mittlerweile zu unserem leichten Bettzeug noch über zwei warme Schlafsäcke, aber bei Kälte kommt ausserhalb der Schlafsäcke beim Stehen kein Wohlgefühl mehr auf. TUERKEI. 1.11.2015. Der Grenzübertritt in die Türkei klappte ohne Probleme und am Nachmittag erreichten wir nach einem ungemütlichen Regentag Samsung am Schwarzen Meer. Wir machten am 1.11. wegen der Fachwerkhäuser noch einen Abstecher nach Safranbolu. Es folgte Iznik am Iznik-See, wo uns ein schöner Sonnenuntergang direkt am See erfreute.  Ganz in der Nähe von Iznik, in Orhangazhi, fanden wir am 3.11. eine Fiatgarage, welche unsere sämtlichen Bremsbeläge ersetzte. Ab jetzt war das beunruhigende...

GRIECHENLAND, Sonnenschein und Geniessen. 5.-8.11.2015

Im losen Verband mit Felicitas und Markus fuhren wir am 5.11. via Halbinsel Gallinpali Peninsula und Kesan Richtung griechische Grenze. Viele von uns, so auch wir, hatten uns wegen der Flüchtlingsströme gen Europa grosse Sorgen gemacht. Doch wider Erwarten konnten wir die Aussengrenze der EU ohne Probleme passieren. Flüchtlinge sahen wir keine. Kurz nach der Grenze fanden wir einen Campingplatz in Alexandroupolis am Marmarameer. Danach blieben uns noch 2 Tage in auf einer schönen Landzunge in der Nähe von Igoumenitsa. Diese Tage empfanden wir vier als grosses Geschenk, denn die Sonne schien permanent, es war warm und das Essen gut. Kennt ihr das Lied „..Griechischer Wein“ von Udo Jürgens? Wir haben es nicht gesungen, aber... Morgens verabschiedeten wir uns noch mit etwas Wehmut im Herzen von Felicitas und Markus. Doch wir versprachen, uns bald wieder mal zu treffen.

Venedig und Heimfahrt im Nebel. 9.-11.11.2015

Alles Gute endet. Und mit dem Betreten der Fähre von Igoumenitsa, Griechenland nach Venedig am 9.11.2015 sollte dieser Bericht enden. Doch es gab eine unfreiwillige Verlängerung:  Eigentlich hätten wir am 10.11.2015 um 11.30 h in Venedig ankommen müssen. Doch als die Fähre nach knapp 25 Stunden Fahrt nach Venedig einfahren wollte, herrschte dichter Nebel und die Hafenbehörde verweigerte die Einfahrt. Es wurde Nachmittag, Abend, die Nacht kam und der nächste Morgen. Noch immer wartete das Schiff vor Venedig. Die Leute warteten und warteten und vertrieben sich die Zeit mit Kartenspielen, Lesen usw. Unter den Passagieren waren Teenager, 1 - 2 Schulklassen, welche einen Heidenlärm machten. Ab dem Abend vom 10.11. war das gesamte Essen und alkoholfreie Getränke gratis. Aufgebrachte, viel telefonierende Lastwagenfahrer scharten sich sichtlich gestresst mit anderen Passagieren um das Personal an der Rezeption. Alles Lamentieren nützte nichts. Der zweite Abend kam. Etwa um 22.00 Uhr kam...